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Archive for 6. April 2011

Sie kannten bisher nur Kartoffelpuffer und Meuchelmörder? Dann sollten Sie unbedingt die neueste „Zwiebelfisch-Kolumne“ lesen und ihren Wortschatz auf den neuesten Stand bringen. Lassen Sie sich von Bastian Sick über Herrn von Zesen und seine zahlreichen Wortschöpfungen aufklären.

Herr von Zesen lebte im 17. Jahrhundert und war Erfinder, Wörter-Erfinder. Zum Beispiel sind Verfasser, Bücherei und Leidenschaft von ihm „erfundene“, besser gesagt „eingedeutschte“ Wörter. Ohne seine Fantasie würden wir die Werke der Autoren in den Bibliotheken noch immer mit Passion lesen und die Kinder in der Schule würden nicht Rechtschreibung sondern Orthographie lernen.

Doch nicht immer fand das, was dem adeligen Herrn aus der Feder floss, Eingang in den Sprachgebrauch. So ziehen Bösewichter und Kommissare immer noch lieber die Pistole als den Meuchelpuffer und niemand nennt die Mumie des alt-ägyptischen Königs Tut-Ench-Amun eine Dörrleiche.

Diesen Blog-Beitrag habe ich übrigens nicht auf meinem Schoßaufsatz geschrieben, sondern mit dem Tastenbrett auf meinem Schreibtisch, das mit dem Kleinturm-Rechner daneben verbunden ist.

Wenn Sie auch Wörter-Erfinder werden möchten, dann sollten Sie bei der vom Verein Deutsche Sprache ins Leben gerufenen „Aktion lebendiges Deutsch“ mitmachen.

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Es geht auch ohne

Seit Anfang des Monats bekommen wir keine Tageszeitung mehr. Nachdem es im Winter aufgrund des schlechten Wetters häufig zu Verspätungen bei der Auslieferung kam, hatte ich gehofft, dass mit Wetterbesserung auch die Zustellung wieder zu einem für mich akzeptablen Zeitpunkt stattfinden würde. Akzeptabel heißt für mich bis 7 Uhr morgens, dann kann ich die Zeitung beim Frühstück lesen und mich noch vor der Arbeit über Neuigkeiten aus Stadt und Land informieren.

Leider gab es jedoch bei der Auslieferung weiterhin Verspätungen, an einigen Tagen kam gar keine Zeitung. Ein Anruf beim Leserservice führte immer zu wortreichen Erklärungen und Entschuldigungen: Man stelle gerade auf ein anderes Zustellunternehmen um, es gäbe Umstellungsschwierigkeiten, die aber nur vorübergehend seien. Man bot an, die Zeitung nachzuliefern oder den Betrag gutzuschreiben. Ich ließ gutschreiben. Immer wieder, manchmal für mehrere Tage hintereinander. Irgendwann habe ich gekündigt. Von da an gab es nur noch einmal eine Verspätung, ansonsten kam die Zeitung regelmäßig und frühzeitig. Mein Entschluss geriet zunächst ins Wanken, doch dann blieb ich konsequent und verzichte seitdem morgens auf eine Zeitung zum Frühstück.

Lediglich am Wochenende gibt es eine Zeitung, der örtliche Bäcker bietet neben frischen Brötchen auch druckfrische Tageszeitungen an.

Informationen über das Tagesgeschehen muss ich nun anderweitig beziehen, Fernseh- und Radionachrichten, Online-Nachrichtenportale bieten auf Tastendruck das Neueste und Wichtigste aus aller Welt. Die WochenZEITung bringt ausführliche Berichte und Stellungnahmen. Das Anzeigenblatt liefert Klatsch und Tratsch aus der Umgebung. Und dennoch – der Verzicht auf die Zeitung zum Anfassen (und zum Kartoffelschalen einwickeln) ist für mich noch immer gewöhnungsbedürftig.

Bis zum Ende der Osterferien werde ich aber auf jeden Fall Verzicht üben. Zeitungsfasten sozusagen.

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