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Archive for 29. Januar 2013

999 Kommentare

Und Sie? Schreiben Sie den 1000. Kommentar in diesem Blog? 😉

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Falls Sie schon länger hier lesen, dann wissen Sie, dass ich Englisch unterrichte und sie werden vermuten, dass ich auch über gewisse Fertigkeiten im Gebrauch dieser Sprache verfüge. Davon bin ich überzeugt, obwohl ich natürlich nicht jedes Wort kenne, schließlich frühstücke ich keine Wörterbücher, sondern nutze sie sowohl in Papierform wie auch auf allerlei elektronischen Speichermedien. Täglich muss ich das eine oder andere Wort nachschlagen, dass sich weder in meinem aktiven noch in meinem passiven Wortschatz befindet.

Heute hat mich Frau Limerick mit ihrem Kommentar zu meinem Vokabeltest-Posting wörterbuchmäßig ins Rotieren gebracht. Schreibt Sie doch als Reaktion auf meinen Beitrag, in dem ich von 5 SchülerInnen berichte, die ein ‚mangelhaft‘ kassierten, weil Sie keinen Namen auf ihren Vokabeltest geschrieben hatten: „Such silly sausages.“ Wie jetzt? Meint sie jetzt „arme Würstchen„, weil sie mit den angekündigten Konsequenzen leben müssen? Sicher meint sie nicht „alberne Würstchen„, denn lustig ist und war die Angelegenheit nicht und außerdem kenne ich den Ausdruck „silly“ für „Dummerchen“. Aber in Verbindung mit ‚Würstchen‘ kann ich nichts damit anfangen. Meine online-Wörterbücher ‚dict.cc‚, ‚OALD‚ und auch ‚Merriam-Webster‚ helfen mir auch nicht weiter. Erst eine Anfrage bei Mr Gugel führt mich zur Lösung der Sprachverwirrung:

Aha, Slang also. Danke, Frau Limerick, wieder was gelernt. Aber als Bemerkung unter den nächsten Vokabeltests vielleicht doch eher nicht geeignet, oder? Schade eigentlich.

Übrigens haben die 5 „silly sausages“ ihre Note mit Fassung getragen, nur einer hat gemeint, er könne seinen Vokabeltest leicht aus dem Stapel herausfinden. Ich habe ihm die Chance nicht gegeben, obwohl es seine Note nicht verändert hätte. Auch mit Namen wäre der Test ‚mangelhaft‘ gewesen.

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Ich lasse die SchülerInnen Vokabeltests schreiben, so richtig altmodische. 15 Vokabeln aus dem Wortschatz der Woche. Die SchülerInnen falten ein A4-Blatt längs in zwei Spalten, ich diktiere die deutsche Bedeutung, die SchülerInnen notieren den englischen Begriff in der linken Blattspalte. Mir ist klar, dass wer bewegliche Augen hat, sein Ergebnis durchaus mit dem Nachbarn vergleichen kann, aber das nehme ich in Kauf. Die meisten Sechst- und Siebtklässler schützen ihr geistiges Eigentum noch durch eine Mäppchenbarrikade vor dem spickenden Nachbarn.

Die Korrektur geht schnell und die Benotung ist einfach: 0-1 Fehler „eins“, 2-3 Fehler „zwei“ … ab 8 Fehler eine „fünf“. Eine „fünf“ gibt es in Klasse 7 auch dann, und zwar unabhängig von der Fehlerzahl, wenn der Name auf dem Blatt fehlt. Bis zum Ende der 6. Klasse  habe ich mich bemüht, den Schreiber mit Schriftproben ausfindig zu machen. Irgendwann hatte ich fast mehr Test ohne Namen als mit. Von da an galt die Regel, kein Name = mangelhaft. Seitdem gibt es kaum noch Tests ohne Namen.

Pro Halbjahr schreiben die SchülerInnen 11 Vokabeltests, der schlechteste wird gestrichen, aus den restlichen bilde ich eine Durchschnittsnote. Diese Vokabelnote fließt in die Zeugnisnote ein. So kommt es oft vor, dass jemand, der schriftlich zwischen zwei Noten steht, aufgrund seiner guten Vokabeltests die bessere Note bekommt.

Ich weiß, dass diese Art der Wortschatzabfrage die Kommunikationsfähigkeit in einer modernen Fremdsprache nicht unbedingt fördert, aber sie führt dazu, dass die SchülerInnen (meistens) ihre Wörter lernen, denn ohne Wörter keine Kommunikation.

Und falls Sie sich fragen, warum das Blatt in zwei Spalten geknickt wird – in der Berichtigung muss die deutsche Übersetzung neben den englischen Begriff in die freie Spalte geschrieben werden. So sind auch die guten Schüler gezwungen, die Wörter noch einmal zu wiederholen. Von wegen Nachhaltigkeit und so – aber das ist ein anderes Thema.

EDIT:

Aktuell gibt es 5 (in Worten ‚fünf‘) SchülerInnen, die keinen Namen auf ihrem Blatt haben, davon eine/r auch kein Datum. 3 von diesen 5 hätten eine ‚eins‘ oder ‚zwei‘ bekommen, die anderen beiden sowieso ein ‚fünf‘. Ich bin auf das Geschrei nachher gespannt.

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