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Archive for 1. Mai 2013

Es ist geschafft. Was mit einer Idee auf den British Days in Krefeld-Linn begann, nahm nach einigen Telefonaten, Mails und Gesprächen mit den Highlandern vom Niederrhein im Januar und Februar Gestalt an und beschäftigte mich nach dem Ende der Osterferien fast täglich. Für 72 Schülerinnen und Schüler unserer 7. Klassen sollten Highland Games auf dem Trainingsgelände der Highlander stattfinden. An 8 Stationen sollten die Schülerteams ihr Können und ihre Geschicklichkeit in 8 verschiedenen Disziplinen unter Beweis stellen. Die Games sollten den Höhepunkt des 3-tägigen Projekts „British Festivals and Traditions“ werden.

Die Projekttage begannen mit einem gemeinsamen englischen Frühstück am Mittwochmorgen, bei dem 210 Scheiben Toast, 140 Würstchen, 65 Scheiben Speck, Rührei aus 80 Eiern, mehrere Pakete Butter und diverse Gläser Marmelade innerhalb kurzer Zeit vertilgt wurden. Anschließend wurden Plakate zu verschiedenen britischen Themen erstellt und T-Shirts mit Logos und Clan-Namen für die bevorstehenden Highlandgames gestaltet. Ein englischer Spielfilm sorgte für Unterhaltung am Donnerstagnachmittag.

Noch vor dem normalen Unterrichtsbeginn am Freitagmorgen verließ die erste Schülergruppe den Schulhof zur 4o-minütigen Fahrt in den Nachbarort zum Austragungsort der Spiele. Dort kämpften sie knapp 3 Stunden um Punkte in den Teamwettbewerben, stemmten Steine, warfen Hufeisen, schleuderten Gewichte weit und Heusäcke hoch. Sie rollten ein mit Sand gefülltes, 200 kg schweres Fass in weniger als 40 Sekunden zweimal um einen Traktorreifen und zogen 2 Baumstämme am langen Arm Runde um Runde durch einen Parcours. Zu viert oder fünft schulterten sie einen Baumstamm und absolvierten einen Slalomparcours. Am Mittag wurden Sie von der zweiten Gruppe abgelöst, die sich mit genauso viel Elan in den Wettkampf stürzte und ebenfalls 3 Stunden lang um Sieg und Punkte kämpfte.

Einen Eindruck von den einzelnen Wettkampfdisziplinen bekommen Sie hier:

Die Veranstaltung wurde begleitet von einem echten schottischen Dudelsackspieler, der manchmal einsame Runden über den Platz zog und ein anderes Mal mit schnellem Spiel die Teams zu Höchstleistungen anspornte.

Playing the Bagpipes

Zwischendurch gab es die eine oder andere Darbietung der Profis. Der Chef der Highlander demonstrierte persönlich die Königsdisziplin schottischer Highland Games, Tossing the Caber (Baumstamm-Stemmen).

Tossing the Caber (klick drauf!)

Ein „Fruchtzwerg“  ließ den Schottenrock fliegen und schleuderte das Eisengewicht meterweit in die Botanik.

Gewicht Weitwurf

Am Ende des Tages waren sich alle Beteiligten einig: es war ein gelungenes Projekt, es hat Veranstaltern und Teilnehmern Spaß gemacht und wir wollen es gerne im nächsten Jahr wiederholen. Dann wird es vielleicht auch eine Lehrermannschaft geben, die sich der Herausforderung stellt. Let’s wait and see.

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Sie zahlte mein erstes Gehalt, damals vor x-zig Jahren, als WerkstudentInnen ihren Lohn noch in einer Klarsichttüte im Personalbüro ausgezahlt bekamen.

Sie gab mir Arbeit in den Semesterferien, um meine Urlaube, mein Outfit, mein Auto und all den Luxus, den ich mir vom elterlichen Unterhalt nicht hätte leisten können, zu finanzieren.

Sie gab mir Arbeit, als mich die Lehrerschwemme in die Arbeitslosigkeit spülte.

Sie sorgte dafür, dass ich nicht „von der Schule in die Schule ging“, sondern Einblick bekam in das „richtige Arbeitsleben“.

Sie lehrte mich Wörter wie „kathodischer Schutz“ und „Vorarbeitermehrstunden“.

Sie bezahlte mich viele Jahre für das Erstellen einer frühmorgendlichen Pressemappe für die Vorstandsetage und für die Betreuung ausländischer Besucher in der Hauptverwaltung an der Huttropstraße.

Sie lehrte mich den Umgang mit Telefonistinnen, Büroboten und Registraturmitarbeitern und Empfangsdamen.

Sie lehrte mich die Macht von Vorzimmerdamen in Vorstandsetagen, die sich Chefsekretärin nannten und nicht Personal Assistant.

Sie lehrte mich den Umgang mit Bereichs- und Hauptbereichsleitern, vom Typ „väterlicher Freund“ bis „scharfer Hund“.

Sie lehrte mich den Umgang mit IBM-Kugelkopfschreibmaschinen und Magnetkarten zur Speicherung von Textdokumenten.

Sie lehrte mich das Aktualisieren von Loseblattsammlungen und das Radieren auf Rechnungsbögen mit 5 Durchschlägen.

Sie lehrte mich Geschäftsbriefe nach Stichworten zu formulieren und Verträge von knarzenden Diktafon-Kassetten abzuhören.

Sie ermöglichte meinen Eltern bis zu ihrem Tod ein Rentnerdasein ohne finanzielle Sorgen.

Seit heute ist die RUHRGAS tot, die Nachricht von ihren Ende stimmt mich wehmütig.

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