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Archive for 22. Mai 2013

Wenn wir auf die Insel fahren, dann buchen wir immer eine Überfahrt mit der Fähre, weil mir die Vorstellung, in einem Auto zu sitzen, das auf einem Zug steht, der durch eine enge Tunnelröhre fährt, nicht behagt. Ich hatte das Erlebnis ein Mal auf einer Reise mit Schülern und fühlte mich wie eine Zahnpastatube in der Schachtel, eingesperrt und beengt.

Natürlich könnten wir auch nach England fliegen, aber da ich all den günstigen „Buy 1 get 2nd one free“ – Angeboten in den örtlichen Supermärkten selten widerstehen kann, würde das zu unbezahlbaren Übergepäckgebühren führen. Und da wir am linken Niederrhein wohnen, fahren wir morgens um 6 Uhr los, und können bereits um 9.30 Uhr in Dunkerque auf der Fähre einchecken.

check-in

Auf der Fähre begeben wir uns zielsicher zu den Polsterbänken mit Tisch auf Deck 7, wo der Mann an meiner Seite ein wenig ausruht und ich entweder lese oder – wie auf dieser Überfahrt – einen Teil der Abiturklausuren der Kollegin ko-korrigiere. Zwei Stunden später werden wir von den „White Cliffs of Dover“ begrüßt, wir stellen die Uhren eine Stunde zurück und fahren eine knappe Stunde nach Norden zu „unserem B&B“ in Offham, Kent.

Für die Rückfahrt buchen wir normalerweise eine Fähre um 15 Uhr, sind um 14 Uhr zum Check-In in Dover und fahren dann 2 Stunden nach Dunkerque. Dummerweise wird uns die auf der Insel gewonnene Stunde nun wieder weggenommen, wir müssen die Uhr eine Stunde vorstellen, starten somit um 18.30 Uhr Ortszeit Richtung Heimat, wo wir normalerweise gegen 22 Uhr ankommen. In diesem Jahr wollen wir noch ein wenig Zeit am letzten Ferientag zu Hause verbringen und das Pfingstwochenende gemütlich ausklingen lassen. Deshalb buchen wir die 12-Uhr-Fähre. Doch leider sind wir nicht, wie geplant, um 19 Uhr zu Hause, sondern erst um 21.30 Uhr. Schuld daran ist ein Stau gleich hinter der französischen Grenze, den wir großräumig umfahren und schließlich ein nahezu Totalstillstand auf allen drei Fahrspuren in Richtung Antwerpen-Ost, dem wir nur ausweichen können, weil wir uns spontan und noch gerade rechtzeitig zur Zahlung von 6 € Maut für eine Tunnelpassage zur Umfahrung der Stadt in westlicher Richtung entscheiden. Kluge Entscheidung.

Beim nächsten Mal nehmen wir wieder die gewohnte Fähre, getreu dem Motto „never change a running system„.

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Ich bewundere Bloggerinnen und Blogger, die es schaffen, in ihren Blogs regelmäßig Fotos von dem zu zeigen, was sie in der Küche und am Herd gezaubert haben. Dazu gibt es das Rezept zum Nachkochen oder -backen und manchmal sogar eine bebilderte Anleitung. Irgendwann veröffentlichen diese Blogger sogar ein Buch mit ihren Rezepten und Anleitungen.

Zwar fotografiere auch ich gelegentlich das, was ich koche oder backe, besonders dann, wenn es nicht nur besonders lecker aussieht, sondern auch lecker schmeckt. Doch manchmal bin ich so begeistert und wohl auch so hungrig, dass ich erst, nachdem ich das Besteck auf dem leeren Teller ablege, an ein Foto für mein Blog denke. Und dann ist es zu spät und der Blogeintrag kann nur lauten:

Heute habe ich leider kein Foto für Euch!

Sehr gerne hätte ich hier und heute meinen Beitrag dazu geleistet, den schlechten Ruf der britischen Küche zurecht zu rücken, indem ich Ihnen Fotos von einer üppigen Portion gar köstlicher und butterzarter Spare-Ribs mit Ofenkartoffel und Gemüse gezeigt hätte. Oder eines von einer zischenden Eisenplatte, auf der Stücke vom Hähnchenfilet sowie Rindfleischstreifen auf einem Bett von Zwiebeln und Paprika vor sich hin bruzzeln, um kurze Zeit später von uns zusammen mit allerlei Dips und Salat in dünne Fladen gewickelt und verspeist zu werden. Oder von einem zarten Fischfilet in knusprig-goldenem Backteig, angerichtet auf einem Teller mit knusprigen Pommes Frites und einem frischen gemischten Salat. Wie gesagt, es gibt diese Fotos nicht, weil ich all diese Dinge auf der Insel in drei verschiedenen Pubs an drei aufeinanderfolgenden Abenden zum Dinner serviert bekam und unfotografiert genossen habe.

Sorry, ich habe leider kein Foto für Euch!

Besonders gefällt mir auf der Insel, dass zusammen mit dem einen oder anderen Glas Wein (weiß oder rosé) auf Wunsch und Nachfrage ein Glas Wasser mit oder ohne Eis und Zitronenscheibe kostenlos serviert wird, während man hier bei uns oft horrende Preise für stilles Wasser in Flaschen bezahlen muss.

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Stippvisite in der Schule heute, nur 2 Stunden Englisch in Klasse 6.

Meine traditionelle Frage zu Beginn jeder Stunde „Are you ready to start?“ wird normalerweise von den 28 Sechstklässlern immer mit einem vielstimmigen, „Yes, we are!“ beantwortet. Heute morgen klingt die Antwort sehr verschlafen, die Kids laufen wohl noch auf Ferienmodus. Auch danach dauert es eine Weile, bis alle das Buch auf der passenden Seite aufgeschlagen haben, um einen Blick in die Zukunft zu tun sich mit dem Thema „will-future“ zu beschäftigen. 40 Minuten später sind alle erleichtert, eine kurze Pause machen zu können, bevor wir uns in die weitere Vorbereitung der mündlichen Prüfung zum Schuljahresende stürzen und das Präsentieren von kleinen Vorträgen zum Thema „Scotland“ üben.

Danach darf ich nach Hause gehen und mich mit meinen Korrekturstapeln beschäftigen. A never ending story.

Viel lieber würde ich die Fotos aus England bearbeiten, die ich mit meiner neuen Kamera gemacht habe. Doch „first things first“ oder „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

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