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Archive for 31. Mai 2013

„Der tut nix!“ heißt das neueste Programm von Martin Rütter, dem „Hundeprofi“. Das „kleine Kind“ hatte sich zum Geburtstag im März Karten gewünscht und auch bekommen. Zwei Karten, damit sie noch einen Freund, eine Freundin oder die große Schwester mitnehmen konnte. Nachdem jedoch alle potentiellen BegleiterInnen und Begleiter am gestrigen Tag ausfielen („keine Lust“, „keine Zeit“, „andere Verpflichtung“), fiel die Wahl auf mich als Ersatzbegleitung, was mir einen netten Mutter-Kind-Abend bescherte.

Das Mitbringen von Hunden war nicht gestattet, wie man bereits auf den Tickets lesen konnte, also musste das „Fräulein Paula“ zu Hause bleiben. Das Mitbringen von Wasserflaschen zur Überbrückung der 2-stündigen Wartezeit zwischen Einlass und Programmbeginn war auch nicht gestattet, das Kind musste seine Flasche am Eingang entsorgen. Ob es die Flasche war, aus der Herr Rütter später während der Vorstellung auf offener Bühne trank, kann ich nicht sagen. Er wurde jedoch offensichtlich nicht, wie sein Publikum, gezwungen, teure Erfrischungsgetränke aus Pappbechern zu konsumieren oder – so wie wir – 5 Stunden ohne Getränke auszukommen und den Speichelfluss mit Zahnpflegekaugummi anzuregen. Kaugummi kauen war zum Glück noch nicht verboten.

Wir hatten Plätze in der 7. Reihe des Innenraumes, die Halle war sehr gut gefüllt, auch alle Ränge waren besetzt. Von den seitlichen und hinteren Plätzen konte man den Protagonisten bestimmt kaum noch erkennen, für die hatte der Veranstalter große Projektionsflächen rechts und links von der Bühne installiert.

Das Publikum war gemischt, alt und jung, mehr Frauen als Männer, die meisten wohl Hundebesitzer. In unserer Reihe waren die restlichen Plätze von einer Familie belegt, die vor Beginn der Vorstellung mehrmals ihre Plätze verließ, um sich am Catering-Stand im Foyer der Halle mit Nahrung zu versorgen. Die beiden Jungs im Grundschulalter verputzten jeder 2 Bratwürste und 2 Tüten Popcorn, die sie mit 2 Bechern coffeinhaltigem Softdrink herunterspülten. Leere Becher und Tüten, verstreutes Popcorn und benutzte Papierservietten ließen sie am Ende der Veranstaltung auf dem Boden vor ihren Sitzen zurück. Endreinigung ist ja im Ticketpreis enthalten, oder?

Zweimal eine Stunde lang plauderte Martin Rütter unterhaltsam über große und kleine Macken von Hund und Herrchen und bezog dabei gelegentlich auch das Publikum mit ein. So suchte er für eine kostenlose Schnellberatung Hundebesitzer, deren Hunde durch „Trödeln beim Spaziergang“ nerven. Dabei hatte er wohl weniger an die 13-jährige Retrieverhündin gedacht, die von einer eifrigen Zuschauerin als „Trödlerin“ bezeichnet wurde. „Mensch, deine Omma scheuchste doch auch nicht durch den Park“, musste sie sich sagen lassen und das Gelächter des Publikums ertragen. Ob die Besitzerin der zum Trödeln neigenden Chiwawa-Hündin demnächst wirklich ihrem Haustier auf dem Fahrrad davonfahren wird, um ihr beim Spaziergang neue Herausforderungen zu bieten, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Fazit:

Ein unterhaltsamer Abend, ein schönes Mutter-Kind-Programm, doch nicht zu vergleichen mit dem Live-Gefühl bei Konzertveranstaltungen in Fußballstadien oder Hallen ohne Bestuhlung. Das Programm von Martin Rütter kann man sich auch per DVD auf den heimischen Fernseher holen und dann zusammen mit einem leckeren Glas Wein und einer Käseplatte genießen.

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