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Archive for 14. Juni 2013

Alle Jahre wieder merken wir, dass das Schuljahr zu Ende geht auch daran, dass die Schulleitung den Fachvorsitzenden Listen in die Postfächer legt, auf denen diese Unterrichtsverteilung für das kommende Schuljahr vorbereiten müssen.

Von diesem Zeitpunkt an wandern diese Kolleginnen und Kollegen in Pausen und Freistunden durch das Lehrerzimmer und fragen die Kolleginnen und Kollegen nach ihren Klassen- und Kurswünschen. Manche Klassen und Kurse sind sehr begehrt, andere regelrechte Ladenhüter. „Nimmst du die 8c?“ „Nein, bloß nicht, die sind ganz furchtbar!“

Besonders schwierig wird es, wenn für zwei Leistungskurse 4 BewerberInnen zur Verfügung stehen und die Fachvorsitzende selber dazu gehört. Wie macht sie die Verteilung, ohne den Kolleginnen auf die Füße zu treten? Und wie geht sie mit der Tatsache um, dass bereits ein Name von der Schulleitung eingetragen wurde, diese damit den Wunsch einer Kollegin erfüllt hat, die im kommenden Schuljahr mit reduzierter Stundenzahl aus dem Erziehungsurlaub zurück kommt. Mit dieser Entscheidung ist niemand in der Fachschaft wirklich glücklich. Wo gibt es die geheime Wunschliste, in die man sich schon vor Veröffentlichung der offiziellen Listen eintragen kann und mit welchen Argumenten kann man die Schulleitung überzeugen, in die Liste aufgenommen zu werden? Muss man dazu junge Mutter sein oder einfach nur dreist genug?

Die Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft schwanken zwischen „Wir tragen alle 4 Namen in das entsprechende Feld ein“ und „Wir streichen den Namen der Kollegin durch und teilen ihr zwei andere Kurse zu.“ Der erste Vorschlag ist kindisch und wenig zielführend, der zweite würde ein Gespräch mit der betreffenden Kollegin erfordern, denn sie sollte, genau wie alle anderen, ein Mitspracherecht haben. Da weder ich noch irgendjemand anderes aus der Fachschaft das Gespräch führen möchte, akzeptieren wir den Vorschlag der Schulleitung und die Kollegin bekommt ihren Wunschkurs.

Was bleibt, ist ein ungutes Gefühl. Ich bin unzufrieden, obwohl die Entscheidung von allen Fachschaftsmitgliedern mitgetragen wird. Hätte ich doch lieber auf Konfrontationskurs gehen sollen? Welchen Einfluss wird unsere Entscheidung auf die Zusammenarbeit mit der Kollegin haben? Ich werde den zweiten Kurs unterrichten, nach einem Schuljahr ohne LK eine einvernehmliche Entscheidung der Fachschaft.

Am Ende der Woche habe ich die leidige Liste immer noch nicht vollständig gefüllt. Sehr oft musste ich einen Namen wieder ausradieren, weil der Kollege in einem anderen Fach mit mehr Stunden gebraucht wird oder die Kollegin nicht mehr als 6 Korrekturklassen bzw. -kurse haben will, was ich gut verstehen kann. Am nächsten Donnerstag muss ich meine Liste der Schulleitung übergeben, die sich dann bis zum Ferienende mit dem Feintuning beschäftigen wird. Noch vor Ferienbeginn werden alle wissen, welche Klassen und Kurse sie im nächsten Schuljahr unterrichten dürfen bzw. müssen.

Es bleibt spannend.

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