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Archive for 5. August 2013

Sie werden sich erinnern, ich hatte kostenlose Bahnfahrkarten für einen Ausflug zum Betriebsfest der Bahn auf dem Werksgelände in Essen ergattert [Link] und so machten wir uns dann am frühen Mittag auf dem Weg zum Vorort-Bahnhof. Der Mann im Haus warf noch einen letzten wehmütigen Blick auf sein Auto, dass er nun erst am späten Abend wiedersehen würde und stürzte sich mutig in das von mir geplante Abenteuer: wir fahren mit der Bahn. Das kostenlose Ticket ersparte uns Fahrtkosten in Höhe von 32 €, so viel kostet ein Gruppenticket der Preisstufe C, das wir benötigen, um vom Vorort-Bahnhof nach Essen zu fahren.

Der Zug fuhr planmäßig ab und kam auch planmäßig in Duisburg an. Von dort ging die Fahrt in einen Regionalexpress weiter nach Essen. So jedenfalls die Theorie. In der Praxis begrüßte uns eine Lautsprecherdurchsage, die einen Notarzteinsatz im Gleisbereich vor Essen verkündete und die Reisenden um Verständnis bat, dass sich die Abfahrten der Züge von und nach Essen auf unbestimmte Zeit verzögern würden. (Gestern war zu erfahren, dass ein Mann im Bahnhof Essen-West von einen durchfahrenden IC erfasst worden war. Er starb am Unfallort. Das ist schlimmer als Zugausfall, für die Angehörigen, aber vor allem für den Lokführer der IC.)

Der Mann an meiner Seite grinste triumphierend, die Bahn fährt, anders als ein Slogan aus den 60er Jahren versprach, eben doch nicht „immer“. Wir stiegen in den klimatisierten RE1 auf dem Nachbargleis und öffneten die Tüte mit Lakritz-Konfekt. Als Organisator des Ferienabenteuers hatte ich zum Glück für Reiseproviant gesorgt. Zwei Gummibärchen später gab es eine Durchsage des Zugbegleiters. Der Zug würde nun losfahren, aber nicht in Essen sondern erst in Gelsenkirchen halten, dort könnten Reisende dann Richtung Essen umsteigen. Wir entschieden uns mitzufahren. Als Kind des Ruhrgebietes weiß ich, dass viele Wege nach Essen führen, einer auch von Gelsenkirchen, das im Norden der Ruhrmetropole liegt. Da die Bahn zwar nicht immer fährt, aber immer für Überraschungen gut ist, folgte nach kurzer Fahrzeit eine weitere Durchsage des Zugbegleiters. Er kündigte einen „außerplanmäßigen Halt“ des Zuges in Essen-Altenessen an, die Fahrgäste Richtung Essen könnten von dort andere öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Wie nett, in Essen-Altenessen bin ich noch nie ausgestiegen. Ein Blick in die „Öffi-App“ zeigte gleich drei Möglichkeiten von dort den Hauptbahnhof zu erreichen. Zwei U-Bahn-Linien und eine Straßenbahn fahren vom Bahnhof in die Innenstadt. Wir entschieden uns für die U-Bahn und fuhren bis zum Berliner Platz. Von dieser Haltestelle führt eine Rolltreppe direkt ins Einkaufszentrum am Limbecker Platz. Dort feierten wir den erfolgreichen Abschluss der Anreise mit einem fünf Mettwürstchen und einem Erdbeer-Ananas-Cocktail und wo wir schon mal da waren, investierte ich auch noch in einen Maxi-Rock für den bevorstehenden Sommerurlaub auf der „grünen Insel“. Schließlich hatten wir ja 32 € gespart, die sollten sinnvoll reinvestiert werden.

Da wir uns in Essen auskennen, war der Rest des Abenteuers kein wirkliches mehr. Im Hauptbahnhof kämpften wir uns durch zahlreiche Reisende, deren Reise mit Nah- und Fernzügen immer noch vom Personenschaden beeinträchtigt war. Für uns stand auf Gleis 8 ein „Shuttle-Zug“ bereit, der uns in wenigen Minuten zum Betriebs- und Festgelände brachte.

Die Veranstaltung war gut besucht, Eltern, Kinder, Großeltern, Großfamilien drängten sich in der Werkstatthalle, schauten in und unter und oben auf die roten Züge der Regionalbahn. Auf einen Blick in den Führerstand verzichteten wir, der Andrang war unverhältnismäßig groß. Dafür warteten wir geduldig auf ein Drehen am Glücksrad, dass mir eine signalgelbe Warnweste und dem Mann an meiner Seite einen Städteführer NRW bescherte, den ich in den Kinderpreis, eine rote Butterbrotsdose tauschen durfte.

Glücksradpreis

Glücksradpreis

Die Rückfahrt verlief wie geplant und völlig ohne Verspätungen oder Ausfälle. Wir fuhren mit dem Shuttle zurück zu Gleis 8, tranken noch ein Weizenbier und ein Radler im Café am Kennedyplatz, wo viele Menschen einen Christopher Street Day feierten.

Wir staunten über Großgruppen von lärmenden Mädels mit braunen Papiertüten vom irischen Textildiscounter.

Shoppen bis der Arzt kommt

Shoppen bis der Arzt kommt

Zurück am Bahnhof fuhren die Züge wieder planmäßig und wir nutzten die Wartezeit für ein Auffüllen der Wasservorräte beim Discounter und fuhren dann nach Duisburg. Dort unterbrachen wir die Reise erneut, um das kleine Kind zu besuchen, dass auf dem Weinfest am Stand unseres Lieblingswinzers arbeitete. Sekt, Wein, Brezel und Flammlachs machten uns fit für die letzte Etappe unserer Reise, zurück zum Heimatbahnhof hinterm Wald. Alles planmäßig und ohne weitere Verzögerung.

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Freitag

Der Tag versprach heiß zu werden, so dass ich nach dem morgendlichen Lüften erst einmal sämtliche Rolläden heruntergelassen und den Ventilator im Arbeitszimmer einschaltete.

Beim Ausflug zum Wochenmarkt im Stadtviertel zeigte sich, dass nur ein Teil der sowieso kleinen Markhändlerschar gekommen war. Der Bio-Bauer fehlte, der Blumenstand und auch der Stand vom Erdbeerhof fehlte. Ich erstand Lachsfilet am Fischstand, 6 Eier beim Metzgerstand und 1 kg Kartoffeln und zwei rote Zwiebeln beim Gemüsebauern aus Geldern. Damit stand Fisch und Bayerischer Kartoffelsalat für das Abendessen fest. Bei sommerlicher Hitze verzichte ich gerne auf Mayonnaise im Salat.

Sommeressen

Sommeressen

Am Nachmittag waren die Temperaturen bereits weit über die 35°-Marke gestiegen. Dennoch zog es mich noch einmal nach draußen, wollte ich doch endlich den überquellenden Ordner mit der Loseblattsammlung zur Unterrichtsvorbereitung entlasten. Dafür brauchte ich einen Ordner im A5-Format, den es weder im Nachbarstädtchen noch im großen Supermarkt gab. Von wegen „einmal hin, alles drin“. Also Klimaanlage auf 25°C gestellt und auf zum Büromarkt am anderen Ende der Stadt. Dort gab es das Gewünschte und sogar zum Originalordner passend in Weiß. Über den Preis schweige ich besser, für dasselbe Geld hätte ich mehrere A4 Ordner im Discounter bekommen. Doch „Schönheit bei der Arbeit“ hat ihren Preis. Dafür gab es die Hefte im A5-Format, die ich meinen neuen Fünftklässlern als Vokabelhefte schenken werde, dort für 5 Cent pro Stück, da hat sich die Fahrt schon wieder gelohnt.

Schöne Ordnung

Schöne Ordnung

Im Bio-Supermarkt nebenan gab es dann noch ein leckeres Kefir-Getränk für den Rückweg und zwei Schoko-Waffeln aus der Gratis-Verkostung.

Am nächsten Tag lese ich in der Zeitung, dass mit 37,8 °C ein lokaler Hitzerekord aufgestellt wurde.

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