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Archive for 5. September 2013

Frau Brüllen will es mal wieder wissen. Und gerne schildere ich meinen „Fünften“ im September.

Ich stehe zur gewohnten „Schulzeit“ um 6.20 Uhr auf und absolviere das übliche Programm, sie wissen schon, waschen, schminken, frisieren, anziehen, während der Mann im Haus das Frühstück bereitet.

Um 7.30 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Schule, wo mich im Kopierraum bereits ein Riesenandrang erwartet und ich gut zehn Minuten warten muss, bis ich eine Folie mit den 50 Staaten der USA und ihren Hauptstädten für meinen Englischunterricht in „meiner 8“ kopieren kann.

Die SchülerInnen reagieren überrascht, mich bereits in der ersten Stunde zu sehen, sie hatten den Mathelehrer erwartet. Doch der ist für eine Stunde in einer der neuen fünften Klassen eingeteilt und ich „darf“ ihn vertreten.

Nachdem ich einen funktionierenden Overhead-Projektor gefunden habe, kann ich meine Folie präsentieren und wir vergnügen uns mit der Aussprache der Staaten, die nicht immer selbsterklärend ist. Zum Beispiel „Illinois“ und „Arkansas“ ohne „s“ am Ende, dafür „Massachussets“ mit reichlich „s“ und „tsch“ und „sch“ und „ts“ und was es da noch an Unregelmäßigkeiten gibt.

Gleichzeitig lernen wir, dass Baumwolle eine Pflanze ist, die im Englischen „cotton“ heißt und in flauschigen, weißen Bällen an der Pflanze wächst, bevor sie gepflückt, gekämmt, zu Fäden gesponnen und gefärbt wird, damit daraus T-shirts und Hosen entstehen können, in die ein Schildchen mit „100 % Cotton“ eingenäht ist. Ach sooooooo …

Wir lernen auch, dass in Texas Cowboys auf Pferden reiten und Tiere fangen, die entweder „cow“ oder „bull“ oder mit Sammelnamen „cattle“ und nicht „meat“ heißen. Ach wie romantisch …

Wir finden heraus, dass die „Rocky Mountains“ kein Staat sondern ein Gebirge und  „Silicon Valley“ kein Tal sondern eine Firmenstadt und die Wiege der Computer und Spielplatz von Bill Gates & Friends sind. Ach wirklich?

In den kommenden 14 Tagen wird jede und jeder einen Staat aus der Liste auswählen und eine kurze, interessante Präsentation vorbereiten. Muss jeder vortragen??? – Jaaaaa!!

Am Nachmittag kommt „das große Kind“ und wir lesen ihre Masterarbeit Korrektur. Es gibt schon viele Seiten und ein Ende ist definitiv abzusehen. Dennoch ist das Kind unzufrieden und sucht nach Ablenkung: Masterarbeit ist doof! – Gibt es was zu essen?

Teilchen auf dem Balkon

Teilchen auf dem Balkon

Tea for Two

Tea for Two

Der Rest des Tages und des Abends wird im Zeichen der Vorbereitung des morgigen Schultages stehen. Der lange Freitag mit zweimal Doppelstunde Geschichtsunterricht. Ich freue mich nicht wirklich darauf.

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Gestern hat die Schule wieder angefangen und ich „durfte“ gleich bis viertel nach drei bleiben.

„Meine 7“ ist jetzt „meine 8“, viel geändert hat sich im Verhalten der SchülerInnen nicht, es ist angesagt, die kurze Leine auch weiterhin kurz zu halten. Thema des Schuljahres wird Amerika sein und ich werde wieder einmal wie ein Blinder von der Farbe rede, da ich dieses Land nur aus den Lehrerhandreichungen oder den Medien kenne. Und irgendwie möchte ich auch nicht wirklich etwas daran ändern und meinen Erfahrungsstand lieber auf Neuseeland, Australien und Südafrika ausdehnen.

Besonders freue ich mich, dass ich einen Leistungskurs unterrichten darf und auch Englischunterricht in einer fünften Klasse erteilen werde. Die „Fünfer“ waren gestern nur kurz in der Schule, wurden von der Schulleitung begrüßt, vom Chor besungen und vom Klassenlehrerteam in Empfang genommen und fotografiert. Danach ließen sie alle gemeinsam einen Luftballon mit ihren Wünschen für die Schulzeit in den Himmel steigen und durften wieder nach Hause gehen. Bei wunderschönem Sonnenschein waren die Ballons noch lange am Himmel zu sehen. Mögen ihre Wünsche in Erfüllung gehen.

Beim Blick auf meinen Stundenplan erweist sich der Freitag als der unangenehmste Tag. Er beginnt zur ersten Stunde und endet um viertel nach drei nach zwei Stunden Geschichte-Zusatzkurs mit den kommenden Abiturienten. Da sitzen dann 30 Menschen in einem Raum, die Begeisterung hält sich in Grenzen und Lehrerin und SchülerInnen haben eins gemeinsam: sie wünschen sich, das Wochenende möge bald beginnen.

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