Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for 9. September 2013

Mein erster Montag in diesem Schuljahr. Er beginnt früh und ist dafür schnell wieder vorbei. In meinem LK sind alle nahezu pünktlich. Ich erfahre, dass ein Schüler den LK gewechselt hat, bleiben 20 SchülerInnen. Diese lesen ihre Hausaufgaben zum Thema „What does it mean to be British?“ vor. Ich mache mir Notizen, inhaltlich und sprachlich. Hier eine Auswahl von dem, was als „typically British“ gesehen wird:

polite – good manners – strange humour – get a sunburn easily – get drunk in holidays – like sausages for breakfast – have teatime at 5 o’clock – have a Queen – drive on the left – lots of immigrants – line up in queues …

Frida Fleißig nennt die BBC als „typically British“, worauf sich folgender Dialog ergibt:

What’s the BBC?“

radio and television

And what do the letters B-B-C stand for?“

Daraufhin Ludwig Lustig ganz spontan: „Barbecue?“

Er hat die Lacher auf seiner Seite.

Wahrscheinlich war er mit seinen Gedanken noch beim BBQ am Wochenende und hatte keine Gelegenheit, Sendungen der British Broadcasting Corporation im Fernsehen zu verfolgen.

In der Übungsstunde in Klasse 7 versuche ich Fridolin Faulpelz davon zu überzeugen, dass er seinen Bleistift anspitzen muss, wenn er einen Graphen ins Matheheft zeichnen will, aus dem man den Wasserstand zu einer bestimmten Uhrzeit des Tages ablesen kann. Er verwendet dafür einen dicken Erstklässler-Bleistiftstummel von 2 cm Länge. Zum Radieren nimmt er Knete. Dafür benutzt er jedoch, anders als im letzten Schuljahr, zum Schreiben einen Füller . Der verweigert kurz darauf die Arbeit, wird durch Schütteln reanimiert und hinterlässt als Zeichen seiner Einsatzbereitschaft einen dicken Tintenklecks im Heft. Ich rege mich auf, Fridolin Faulpelz bleibt gelassen.

Auf der anderen Seite der Klasse schiebt Willy Widerwort gerade geruhsam Bleistift um Bleistift durch die mitgebrachte Anspitzmaschine vom blau-gelben Discounter. Den Graphen hat er noch nicht gezeichnet, lieber erklärt er seinem Nachbarn und mir, wie sich die Maschine einstellen lässt. Interessant, aber für die Mathe-Übungsaufgaben nicht zielführend. Hoffentlich entschuldigt er die fehlenden Aufgabe bei der Kollegin nicht mit dem Hinweis, er habe Frau Ladybird die Anspitzmaschine erklären müssen.

Im hinteren Bereich der Klasse werden derweil Verkaufsgeschäfte getätigt. Für 20 Cent bietet Carlo Clever kleine Portionen seines 100er Päckchens Trennstreifen für den Englischordner an. Die Geschäfte gehen gut.

Um halb 12 darf ich schon wieder nach Hause fahren und bereite eifrig die ersten beiden Stunden in der 5b vor, die ich morgen zum ersten Mal begrüßen werde.

Let’s get started! Hooray!

Advertisements

Read Full Post »