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Archive for 11. September 2013

13 Vokabeln sollten gelernt werden und müssen natürlich auch abgefragt werden. Da die meisten SchülerInnen aus der Grundschule noch keine Vokabeltests kennen, gibt es eine Generalprobe. Zwei dürfen an die Tafel, ein Junge und ein Mädchen wähle ich aus den vielen Freiwilligen aus. Die Anderen nehmen ein Blatt aus dem Collegeblock, knicken es längs, schreiben ihren Namen und das Datum darauf, nummerieren zehn Zeilen und schon kann es losgehen. Ich erkläre, dass ich ein deutsches Wort sagen werde und jeder und jede das entsprechende englische Wort in die linke Spalte neben die entsprechende Ziffer schreiben wird.  Norbert Nervensäge meldet sich: „Müssen wir auch das deutsche Wort schreiben?“ Ommmhh … Ich gebe die Frage an die Klasse weiter und ein Mitschüler wiederholt meine Erklärung fehlerfrei. Danke. Noch Fragen? „Was machen wir mit der rechten Spalte?“ „Die bleibt frei – für die Korrektur.“ Nun aber, let’s get started, die beiden Kandidaten hinter der Tafel werden schon unruhig.

Kurze Zeit später haben alle ihre zehn Wörter mehr oder weniger richtig zu Papier gebracht und wir klappen die Tafelseiten auf und betrachten das Ergebnis. Die Vertreterin der Mädchen hat 11 von 12 Punkten erreicht (es gibt für jedes richtige Wort einen Punkt, für einen kleinen Satz zwei Punkte) und ist zu Recht stolz, der Vertreter der Jungen hat nur knapp die Hälfte der Punkte erreicht und bleibt dennoch entspannt. Ist ja nur Generalprobe. Ich erkläre, dass man die Hälfte der Punkte für ein „ausreichend“ erreichen muss und nenne Noten für verschiedene Punktergebnisse und kündige den „richtigen“ Test für den nächsten Tag in der 1. Stunde an. „Richtig mit Noten?“ „Klar!“

Nach dem Unterricht stehen zwei kleine, schüchterne Mädchen händchenhaltend vor mir. Sie kommen mit dem Bus aus dem benachbarten Stadtteil und haben nun Angst, der Bus könne ausgerechnend morgen früh verspätet und sie deshalb nicht pünktlich für den Test im Klassenraum sein. Ich verspreche mit dem Test zu warten, bis auch die Buskinder eingetroffen sind. Erleichterung. Bestimmt werden diese beiden Mädchen morgen überpünktlich das Haus verlassen, um ja nicht den ersten Vokabeltest ihres Lebens zu versäumen.

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Das erste Tafelbild für die neuen 5er und gleichzeitig mein Einstieg in die erste Englischstunde. Wenn Sie sich über die geheimnisvollen Ziffern an manchen Wörtern wundern – diese markieren Wörter, die alle später abschreiben und lernen mussten. Die anderen Wörter stehen auf der rechten Tafelseite, traditionell die Seite, auf der ich seit meiner Lehrerausbildung in jeder Stunde neuen Wortschatz notiere, auch noch in der Oberstufe.

Welcome to our 1st English lesson

Welcome to our 1st English lesson

Erwartete Antwort auf die Frage „Are you ready to start?“ ist natürlich „Yes, we are!“ Die Antwort bekam ich ohne Üben, danke an die EnglischlehrerInnen der Grundschule. Sie wird in Zukunft zum Begrüßungsritual vor der Englischstunde gehören.

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Wenn Sie schulpflichtige Kinder haben, dann kennen Sie das. Die Schule leiht zu Beginn des neuen Schuljahres zahlreiche Fachbücher an die SchülerInnen aus mit der Bitte, diese pfleglich zu behandeln, damit auch der 4. und 5. Nutzer noch ein ansehnliches Buch bekommt, mit dem er oder sie vernünftig arbeiten kann. Wir wünschen uns einen Schutzumschlag, doch können wir niemanden dazu zwingen, einen solchen zu kaufen. So kommt es, dass so manches Buch ohne schützenden Umschlag bleibt und der eine oder andere Fünftklässler traurig vor mir steht, mir ein Buch mit zerfranstem Einband, geknickten Ecken und gelegentlich sogar gewellten Seiten zeigt und um ein anderes, besser erhaltenes Buch bittet. Manchmal kann ich dieser Bitte nachkommen, aber nicht immer. Da macht es mich besonders ärgerlich, wenn Norbert Nervensäge aus der ersten Reihe, der ein nagelneues Buch ergattert hat, dieses noch ohne Schutzumschlag in einen viel zu kleinen Rucksack stopft und auf meine Bitte, sorgfältiger damit umzugehen und es mit einem Umschlag zu versehen, mit einem „Wieso das denn?“ reagiert. Natürlich reagiere ich freundlich, gelassen und pädagogisch angemessen „Weil ich das sage, du Nase!“ und erkläre ihm mit Hinweis auf den Stempel vorne im Buch, dass (rein theoretisch) nach ihm noch vier weitere Fünftklässler dieses Buch benutzen müssen. Und zeige ihm das Buch, dass sein Klassenkamerad gerade bei mir reklamiert hat. Ob es ihn zu einem pfleglicheren Umgang mit seinem Buch veranlassen wird? Ich hoffe es.

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