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Archive for November 2018

Es ist 5-Minuten-Pause. Auf dem Weg zum Lehrerzimmer treffe ich vor einem Klassenraum auf eine Gruppe Oberstufenschüler (nur Jungs), die heftig und laut diskutieren und dabei den Durchgang versperren. Als sie mich sehen, machen sie Platz. Ich frage, was sie so aufregt und zur Rudelbildung auf dem Flur veranlasst.

„Essen Sie das, was beim Huhn hinten raus kommt?“

„Ja, warum nicht? Ich mag Eier.“

„Igitt, wie eklig. Was haben sich die ersten Menschen nur dabei gedacht, als sie sich entschieden, das zu essen, was beim Huhn hinten raus kommt. Woher wussten die, dass man das essen kann?“

„Vielleicht ist ein Ei heruntergefallen, kaputt gegangen und sie haben gesehen, was drin ist und es probiert?“

„Igitt, man kann doch keine rohen Eier essen.“

„Doch kann man. Man macht Mayonaise draus, oder Eierlikör.“ (spricht die Hausfrau)

„Aber essen, was bei einem Tier hinten raus kommt, das geht gar nicht!“

Ich erspare den Schülern eine Nachhilfestunde in Biologie und erzähle nichts vom Legedarm, der das Ei vor Verschmutzung schützt. Stattdessen frage ich:

„Isst du Bratwurst?“

„Ja, warum? Da sind doch keine Eier drin?“

„Die ist im Naturdarm, und was war im Darm vorher drin?“

„Iiiiih, ich werde Vegetarier.“

„Wie kommt ihr überhaupt auf so ein Thema? Habt ihr gerade Biologie?“

„Nein, Sport-LK!“

Ja dann …

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Wenn heute Mittag-Nachmittag-Abend die Glocken läuten, dann wissen wir, sie erinnern an die schrecklichen Ereignisse vor 80 Jahren, als in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 SA-Truppen und Angehörige der SS gewalttätige Übergriffe auf die jüdische Bevölkerung organisierten. Synagogen wurden in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte zerstört, Wohnungen verwüstet, Menschen jüdischen Glaubens wurden zusammengeschlagen, einige wurden getötet. In den Tagen danach wurden viele weitere Juden verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Damit ist der 9. November zu recht ein Tag zum Gedenken und zum Nachdenken.

Der 9. November ist ein schicksalsträchtiges Datum für Deutschland. An diesem Tag kam es im Verlauf der deutschen Geschichte häufig zu Ereignissen, die zu entscheidenden politischen Veränderungen führten.

Erstmals 1848 wurde der 9. November zu einem politisch bedeutsamen Tag in Deutschland. Das Land war zu jenem Zeitpunkt noch kein einheitlicher Nationalstaat, sondern ein loser Staatenbund, zu dem sich 1815 souveräne Fürsten und freie deutsche Städte mit dem Ziel, die innere und äußere Sicherheit der Mitgliedsstaaten zu gewährleisten, zusammengeschlossen hatten.

Am 9. November 1848 scheiterte die sogenannte Märzrevolution, in der Demokraten und Liberale für die nationale Einheit Deutschlands, die Befreiung der leibeigenen Bauern und die soziale Sicherung der Arbeiter gekämpft hatten.

70 Jahre später, wieder an einem 9. November, endete das Deutsche Kaiserreich, die erste deutsche Republik, die Weimarer Republik, wurde ausgerufen.

Nur 5 Jahre später, am 9. November 1923, versuchte Hitler zusammen mit General Erich Ludendorff und weiteren Anhängern in München gewaltsam an die Macht zu gelangen. Er und seine Anhänger wurden von der bayerischen Polizei verhaftet und verurteilt. Erst zehn Jahre später gelang es Hitler auf legalem Wege an die Macht zu gelangen

15 Jahre später die Reichsprogromnacht (Reichskristallnacht), an die heute mit Gedenkveranstaltungen und Glockenläuten deutschlandweit erinnert wird.

Danach vergehen viele politisch eher ereignislose Jahre bis zu jenem Donnerstagabend im November des Jahres 1989, an dem der SED-Pressesprecher Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz völlig unerwartet die sofortige Öffnung der Mauer verkündete und damit den Erfolg einer friedlichen Revolution besiegelt. Er macht damit den Weg für DDR-Bürger in den Westen und den Weg zur Wiedervereinigung der beiden seit 1949 getrennten deutschen Staaten frei.

Ein wahrlich geschichtsträchtiges Datum, dieser 9. November.

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Beim Verlassen des Klassenraums einer 6. Klasse fiel mein Blick auf den Kalender, der dort neben der Tür hängt und in dem die Klasse Geburtstage notiert. Ob der Kalenderspruch auch für die Vokabelarbeit im Englischunterricht genutzt wird (to complain about sth. – sich über etwas beschweren)? Oder als Beispiel für die Verwendung des Gerundiums (spending – complaining)? Oder als Impuls für einen argumentativen Essay (Comment on that statement)?

Wenn ich das nächste Mal in diesem Klassenraum bin, werde ich die anderen Kalendersprüche auch lesen. Vielleicht ist noch etwas Interessantes / Inspirierendes dabei, das einen Blogeintrag wert ist.

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Noch 148 Arbeitstage, dann werde ich diese Schlüssel nicht mehr benötigen.

Dann wird die Ente von der Kette gelassen, die schon viele Jahre dafür sorgt, dass man mir das Schlüsselbund zuordnen kann, falls ich es mal liegen lasse. Das passiert gerne im Kopierraum oder im Sekretariat. Dank der kleinen gelben Ente und dem roten Band hat es bisher noch immer zu mir zurückgefunden. Sie wird wohl einen besonderen Platz auf meinem dann korrekturenfreien Schreibtisch erhalten.

Heute verbrachte sie allerdings mit den Schlüsseln den Tag zu Hause, weil ich am Morgen zwar die Jacke, aber nicht den Inhalt der Jackentaschen gewechselt hatte. Deshalb stand ich ohne mein Schlüsselbund vor der Schule und musste den Hausmeister um einen Ersatzschlüssel bitten, den er mir nicht ohne ein Grinsen und die freche Bemerkung „Schon wieder?“ aushändigte. Wie gemein! Seit Beginn des Schuljahres habe ich noch niemals meinen Schlüssel vergessen und im letzten Schuljahr auch waren es auch nur ein oder zwei Mal, vielleicht drei Mal … höchstens 🙂

Wollen wir hoffen, dass es „das letzte Mal“ war.

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Im Vokabeltest in der 7. Klasse soll das Wort „rope“ ins Deutsche übersetzt werden.

Hier der Übersetzungsvorschlag einer Schülerin, mit Erklärung:

Ich werde sie fragen, wie eine Raupe räuptet. Ist das eine Fortbewegungsart? Vielleicht an einem Seil (rope) entlang? Das Mädel ist sehr fantasiebegabt, hat sie doch auch den Bürgersteig (Gehweg) mit „footgoeinger zoneway“ übersetzt. Hat etwas niederländisches, dieses Wort. Einen Sonderpunkt für originelle Wortschöpfungen hat sie sich auf jeden Fall verdient.

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Fast hätte ich es in diesem Jahr geschafft, die Reifenregel „von Oktober bis Ostern“ für meine Winterräder einzuhalten. Mit nur zwei Tagen Verspätung haben zwei fleißige Jungs in blauen Overalls heute morgen um 8 Uhr innerhalb von 15 Minuten die Sommerräder runter und die Winterräder drauf geschraubt. Ratzfatz. Jetzt kann die Kälte kommen.

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Mein Englisch-Grundkurs schreibt Klausur. Thema ist das Analysieren einer politischen Rede. Die Aufgabenstellung ist wie üblich dreigeteilt, die erste Aufgabe lautet: Outline the speaker’s main ideas.

Am Ende der ersten Arbeitsstunde meldet sich einer meiner Schüler. Ich gehe zu seinem Arbeitsplatz, er zeigt auf den Text, in dem er zahlreiche Textstellen mit unterschiedlichen farbigen Stiften markiert hat und fragt mich: „Reicht Ihnen das so für „Outline …“ oder soll ich alles noch mal abschreiben?“ Ich schaue einen Moment verständnislos auf sein Blatt, dann wird mir sein Problem klar. „Es heißt „outline“, nicht „underline“, erkläre ich dem verdutzten Schüler.“ „Ah, eine Zusammenfassung“, entgegnet er und macht sich erneut an die Arbeit.

Zum besseren Verständnis für Nicht-LehrerInnen: In den Klausuren benutzen wir für die Aufgabenstellungen sogenannte „Operatoren“, die auch in den von der Bezirksregierung zentral gestellten Abituraufgaben verwendet werden. Diese werden gleich zu Beginn der Oberstufe besprochen, so dass die SchülerInnen eigentlich wissen, dass sich hinter dem Begriff „Outline“ die strukturierte Darstellung inhaltlicher Aspekte verbirgt. Eigentlich …

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Sollte ich bei der nächsten Klausur besser „Sum up the speaker’s main ideas.“ in die Aufgabenstellung schreiben? Aber vielleicht wird das dann mit einer Rechenaufgabe verwechselt und führt zu der Antwort: „The speaker has 5 main ideas in his speech.

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