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Archive for 15. März 2020

Als am Freitag bekannt wurde, dass ab Montag Schulen und Kitas in NRW geschlossen sein würden und zahlreiche Firmen ihre Mitarbeiter aufforderten, ihre Tätigkeiten ins Home-Office zu verlegen, war mir klar, dass dies wieder zu verstärkten Vorratskäufen führen würde.

Am Freitagvormittag war ich in einer Discounter-Filiale, um dort einen Tulpenstrauß zu kaufen. Als ich an der Kühltheke für Frischfleisch vorbeikam, beobachtete ich einen jungen Mann, der nach und nach alle Pakete mit frischem Rinderhackfleisch aus der Truhe nahm und in seinen Einkaufswagen legte, so lange bis das entsprechende Fach leer war. An der Kasse war er vor mir an der Reihe und bezahlte für 18 Pakete Hackfleisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies seine haushaltsübliche Menge für einen Wochenendeinkauf war.

Beim Verlassen des Discounters hörte ich, wie sich zwei junge Frauen über Supermarktbesuche austauschten. Die eine war schon dort gewesen und riet der anderen dringend von einem Besuch ab. „Es ist die Hölle dort.“

Eine gute Stunde später befand ich mich selber dort und von „Hölle“ war zunächst nichts zu sehen. Ich konnte ohne lange Wartezeit einen Wochenendstuten, ein Brot und Brötchen einkaufen. Auch an der Wursttheke wurde ich nach ganz kurzer Wartezeit bedient und hatte eine reichhaltige Auswahl an Wurstwaren zur Verfügung. Erst beim Blick ins Regal mit Gemüsekonserven und Fertigerichten sah ich sehr große Lücken oder auch leere Flächen. War das die zuvor erwähnte „Hölle“?

Dann der Blick in die Drogerieabteilung. Kein Toilettenpapier und keine Seife, weder flüssig noch am Stück. Eigentlich kaufe ich im Supermarkt keine Seife, sondern besorge sie im Drogeriemarkt. Einen Vorrat an Seife hatte ich (noch) nicht angelegt, ich kaufe meist spontan und gerne auch neue Duftrichtungen zum Nachfüllen meiner Seifenspender. War das ein Fehler?

An der Kasse fiel mir eine weiteres Produkt auf, dass ich sehr unzureichend bevorratet habe, als eine Kundin 10 Viererpäckchen Trockenhefe auf das Kassenband legte. Ich backe ungern mit Trockenhefe, bevorzuge frische Hefe, die ich für ein paar Cent im Discounter einkaufe. Die lässt sich allerdings nicht bevorraten. Muss ich jetzt umlernen? Und vor allem, werde ich noch Trockenhefe bekommen?

Ich verließ den Supermarkt mit dem Gefühl, nicht gut auf die Krise vorbereitet zu sein.

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem Mann an meiner Seite zum Wochenmarkt. Eier, Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüse war in mehr als ausreichenden Mengen vorhanden. Ich hoffe, es bleibt den regionalen Erzeugern und Händlern erlaubt, ihre Waren auch weiterhin auf dem Wochenmarkt anzubieten.

Anschließend wagten wir uns zum Drogeriemarkt. Nachfüllpackungen für Flüssigseife waren ausverkauft, Toilettenpapier gab es, allerdings nicht in der sonst üblichen Auswahl. Erst im zweiten Drogeriemarkt konnte ich einen kleinen Seifenvorrat anlegen. Eigentlich mag ich Zitronenduft nicht so gerne, aber Ingwer soll ja gesund sein.

Mein Seifenvorrat

Meine Vorräte an Hefe habe ich noch nicht aktualisiert. Bleibt ein Projekt für die nächste Woche.

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Ich bin froh, nicht mehr im aktuellen Schuldienst zu sein. So brauche ich mir keine Gedanken darum machen, wie ich meine SchülerInnen nach der Schulschließung ab Montag angemessen auf das Abitur vorbereite, falls ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht den gesamten abiturrelevanten Stoff wiederholt habe.

Wohl den Schülerinnen und Schülern, die rechtzeitig selbständiges Lernen gelernt und geübt haben, die über ein gutes Zeitmanagement verfügen und außerdem so diszipliniert sind, dass Sie die Zeit bis zu den Abiturprüfungen in häuslicher Ruhe für die individuelle Vorbereitung nutzen können.

Ich würde ja Hilfe anbieten, in der Nachbarschaft ist ein Gymnasium, da gibt es bestimmt SchülerInnen, die mein Hilfsangebot annehmen würden. Doch leider gehöre ich zur Risikogruppe (60+) und muss nun meine Sozialkontakte einstellen. Das ärgert mich.

Corona macht mir schlechte Laune. Da hilft es auch nicht, wie der Moderator im Lokalradio gerade vorschlägt, aus dem Fenster zu gucken. Außerdem scheint die Sonne gerade gar nicht.

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