Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Amt’

Auch am 4. Ferientag bin ich noch mit schulischen Dingen beschäftigt. Ich überprüfe die Geldeingänge auf meinem Konto und stellte fest, dass inzwischen haben bis auf einen Schüler die angemahnte Restzahlung für die Kursfahrt nach Cornwall, die zu Anfang des neuen Schuljahres stattfindet, bezahlt haben.

Am Mittag fahre ich in die Stadt und besuche das Amt für Migration und Integration, um dort die Reisendenliste abzuholen, die auch dem Schüler mit moldavischem Pass die Einreise nach Großbritannien ohne eigenes Visum ermöglicht. Der zuständige Mitarbeiter sitzt in einem klimatisierten Büro in der 2. Etage und wundert sich über mein Erscheinen. Er dachte, ich hätte Ferien und es sei doch noch Zeit. Dennoch füllt er einen pinkfarbenen Beleg aus, mit dem er mich in die 5. Etage schickt, damit ich dort an der Kasse eine Gebühr von 12 € entrichte. Ohne diese Zahlung kann er mir das mehrfach gestempelte grünen Schein nicht aushändigen.

Bevor ich das kostbare Dokument einstecken kann, will er noch wissen, warum ich gerade eine Schülerfahrt nach Cornwall mache, ich sei doch wohl nicht auf den Spuren von Rosamunde Pilcher unterwegs? Er persönlich war auch schon in England, besonders London habe ihm gut gefallen, warum ich denn dort nicht hinfahre? Ich habe keine Lust, ihm meine Beweggründe zu erläutern und gebe nur eine ausweichende Antwort. Ich will mich verabschieden, doch er lässt mich nicht gehen, bevor er mir mitgeteilt hat, dass er in der kommenden Woche in den Urlaub gehen würde. Ich frage höflich, wohin es denn ginge, und das löst eine ausführliche Reisebeschreibung seiner geplanten Kreuzfahrt nach Nordeuropa und Island aus. Ich erfahre, dass er mit seiner Frau fährt, dass sie lange gespart haben auf die Reise, die 1000 € pro Tag koste, aber man habe keine Kinder, er ginge bald in den Ruhestand und würde sich das jetzt einfach mal gönnen. Ah ja.

Ich wünsche ihm einen schönen Urlaub und verlasse sein Büro. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz komme ich an zahlreichen, von Pendlern vor dem Bahnhofsgebäude geparkten Fahrrädern vorbei, die hier offensichtlich trotz umfangreicher Beschilderung geduldet werden.

Advertisements

Read Full Post »