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Posts Tagged ‘Englisch’

Mein Englisch-Grundkurs schreibt Klausur. Thema ist das Analysieren einer politischen Rede. Die Aufgabenstellung ist wie üblich dreigeteilt, die erste Aufgabe lautet: Outline the speaker’s main ideas.

Am Ende der ersten Arbeitsstunde meldet sich einer meiner Schüler. Ich gehe zu seinem Arbeitsplatz, er zeigt auf den Text, in dem er zahlreiche Textstellen mit unterschiedlichen farbigen Stiften markiert hat und fragt mich: „Reicht Ihnen das so für „Outline …“ oder soll ich alles noch mal abschreiben?“ Ich schaue einen Moment verständnislos auf sein Blatt, dann wird mir sein Problem klar. „Es heißt „outline“, nicht „underline“, erkläre ich dem verdutzten Schüler.“ „Ah, eine Zusammenfassung“, entgegnet er und macht sich erneut an die Arbeit.

Zum besseren Verständnis für Nicht-LehrerInnen: In den Klausuren benutzen wir für die Aufgabenstellungen sogenannte „Operatoren“, die auch in den von der Bezirksregierung zentral gestellten Abituraufgaben verwendet werden. Diese werden gleich zu Beginn der Oberstufe besprochen, so dass die SchülerInnen eigentlich wissen, dass sich hinter dem Begriff „Outline“ die strukturierte Darstellung inhaltlicher Aspekte verbirgt. Eigentlich …

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Sollte ich bei der nächsten Klausur besser „Sum up the speaker’s main ideas.“ in die Aufgabenstellung schreiben? Aber vielleicht wird das dann mit einer Rechenaufgabe verwechselt und führt zu der Antwort: „The speaker has 5 main ideas in his speech.

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Während die Temperaturen draußen ganz langsam in den Plusbereich steigen (aktuell sind es 1,5 °C), sitze ich am Schreibtisch im warmen Arbeitszimmer und korrigiere 29 Bildbeschreibungen. Da steht ein Pony mitten auf einer Landstraße, verursacht einen langen Stau und lässt sich weder von frischem Heu aus der Hand eines Jungen noch durch eifriges Schieben des Bauern dazu bewegen, die Straße freizugeben. Einigen Sechstklässlern gelingt es bereits gut, die Situation anschaulich und nachvollziehbar strukturiert zu beschreiben, andere haben noch große Schwierigkeiten, vor allem mit der Wortstellung im englischen Satz und der Verwendung der richtigen Zeitformen der Verben.

The pony queue

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Das Schöne am Zentralabitur ist die Tatsache, dass ich als Lehrerin keine Texte suchen, annotieren und mit einem Erwartungshorizont versehen muss, sondern dass mir diese Arbeit von der Bezirksregierung abgenommen wird. Also nicht wirklich von „der Bezirksregierung“, sondern von irgendwelchen Fachkolleginnen oder -kollegen, die an irgendeinem Gymnasium oder einer Gesamtschule in NRW in der Sekundarstufe II Englisch unterrichten und von „ihrer“ Bezirksregierung dazu verdonnert aufgefordert wurden, Vorschläge für die Abiturklausuren 2017 einzureichen. Vorteil: ich muss nicht die Weihnachtsferien mit Englischklausuren verbringen. Nachteil: meine Schüler müssen Texte unter Fragestellungen bearbeiten, die ich in der Form nicht formuliert hätte. Und ich muss das Geschriebene anhand eines Erwartungshorizontes korrigieren, den ich in der Form ebenfalls nicht formuliert hätte. Aber so ist das nun mal und es gibt Schlimmeres im Leben.

Manchmal überlege ich mir, was für ein Kollege oder eine Kollegin die Texte wohl ausgesucht und die Aufgabe gestellt hat. Jung oder alt? Gymnasium oder Gesamtschule? Welches Zweitfach? In diesem Jahr waren offensichtlich Kolleginnen und Kollegen am Werk, deren Zweitfach Erdkunde ist. In dem Mediationstext geht es um „Smart Cities: Wenn Konzerne Städte bauen“ und das Thema „Cities of the Future“. Selbstverständlich haben wir uns im Unterricht mit globalen Herausforderungen und Zukunftsvisionen beschäftigt, aber unser Schwerpunkt lag eher auf der künstlichen Intelligenz und utopischen und dystopischen Gesellschaften unter dem Einfluss der modernen Medien. Die Stadt der Zukunft hatten wir nicht im Focus.

Interessanterweise beschäftigt sich im zweiten Abiturvorschlag der Mediationstext, also der deutsche Text, dessen Inhalt die Schülerinnen und Schüler situationsgerecht in einen englischsprachigen Zieltext verwandeln müssen, ebenfalls mit einem Thema aus dem Erdkundeunterricht. Strukturwandel im Ruhrgebiet im Vergleich zur Entwicklung in Detroit.

Der literarische Text ist ein Auszug aus Margaret Atwoods Roman „The Heart Goes Last“ von 2015 und verlangt eine Analyse des Verhaltens der Protagonistin und eine Stellungsnahme zum Thema Zukunftsvisionen. Wir haben im Unterricht den Roman der Autorin „The Handmaid’s Tale“ gelesen und auch ein Interview mit Margaret Atwood analysiert.

Der Sachtext, ein Zeitschriftenartikel eines amerikanischen Autors, der am Beispiel von Detroit das Konzept des amerikanischen Traums kritisiert, verlangt eine Analyse der sprachlichen Mittel und der kommunikativen Strategien des Verfassers. Wir haben im Unterricht vor allem während des Präsidentschaftswahlkampfes in Amerika das Thema „American Dream – American Nightmare“ ausführlich diskutiert.

Wen wundert es, dass die Mehrzahl (19) meiner Abiturientinnen und Abiturienten freudig zum zweiten Vorschlag gegriffen hat, hier und da sogar ohne den literarischen Text auch nur eines Blickes zu würdigen. American Dream ist immer eine Bank, da meint man, sich auszukennen, da fühlt man sich sicher. Wenn man dazu auch noch Erdkunde und Sozialwissenschaften als zweites LK-Fach hat, dann ist auch Strukturwandel als Mediationsthema eine Bank. Für den Romanauszug von Frau Atwood haben sich nur drei Abiturienten entschieden.

Auf das Ergebnis bin ich wie immer gespannt. Ab morgen geht es ans Korrigieren. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

Bleibt die spannende Frage, welche Themen sich die Damen und Herren in Düsseldorf für die Nachschreiber aufgespart haben. Am 16. Mai werden die beiden Kandidaten aus meinem Kurs ihre Englischklausur nachschreiben. Dann werden wir es wissen.

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Vokabeltest in Klasse 6, es geht um unregelmäßige Verben. Das Verb „run“ ist unregelmäßig, die Vergangenheitsform ist „ran“. Das weiß diese Schülerin, nur bei der Übersetzung ins Deutsche hat sie so ihre Schwierigkeiten.

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Sie ist offensichtlich überzeugt, dass Rente von „rennen“ kommt. Macht ja auch irgendwie Sinn: Wenn das tägliche Rennen vorbei ist, dann geht der Mensch in Rente.

Ein paar Jahre muss ich noch rennen, aber dann …

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In den ersten Wochen in der 5. Klasse lernen „meine“ Fünftklässler im Englischunterricht unter anderem wie man Vokabeln lernt. Auf der Grundlage einer Anregung aus dem neuen Englischbuch hat mir der Mann im Haus „mal eben“ eine Schablone zum Ausdrucken gebastelt, die sich hervorragend zum selbständigen Vokabellernen eignet. Mal sehen, ob es „meinen“ Fünftklässlern morgen gelingt, die Schablone sauber aus dem Vordruck auszuschneiden.

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Liebe Schülerinnen und Schüler, dear students,

JA, der „Brexit“ wird Folgen für jeden einzelnen Europäer haben, welche genau, werden wir sehen und deutsche Schüler werden zu gegebener Zeit sicher auch in einem Klausurtext dazu Stellung nehmen müssen.

NEIN, der Austritt der Briten aus der EU bedeutet nicht, dass England nicht mehr in der EM mitspielen kann. England ist ein Teil der größten Insel des europäischen Kontinents und daher so lange in einem europäischen Fußballturnier spielberechtigt, bis irgendeiner den Stöpsel zieht und das britische Königreich wie dereinst Atlantis im Meer versinkt.

Und vor allem NEIN, das Fach Englisch wird nicht aus der Stundentafel verschwinden, nur weil die Mehrheit der Briten nicht mehr Mitglied in der Europäischen Union sein will. Ihr solltet schon deshalb Englisch lernen, um den Briten bei eurem nächsten Besuch auf der Insel eure Meinung und Fragen zum Thema verständlich darlegen zu können oder selbige in den social media zu posten.

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Auch wenn morgen und übermorgen noch einige weitere Schülerinnen und Schüler Abiturprüfungen absolvieren müssen, für mich ist das Abitur in diesem Jahr geschafft. 2001 war ich zum ersten Mal dabei – mit einem Leistungskurs in Englisch. In diesem Jahr war es „nur“ ein Grundkurs in Geschichte bilingual-englisch, ein kleiner Kurs, nur acht Schülerinnen und Schüler haben sich schließlich auf das Abitur vorbereitet. Drei davon haben eine mündliche Prüfung gemacht, nur eine Schülerin hat das Fach schriftlich gewählt. Sie ist in ihrer Klausur so weit von der Vornote abgewichen, dass sie heute ihre Leistung noch einmal mündlich unter Beweis stellen musste. Erfolgreich.

Im nächsten Jahr werde ich dann meinen Leistungskurs Englisch ins Abitur begleiten. Hoffentlich erfolgreich. Noch arbeiten wir an den verschiedenen Klausur- und Prüfungformaten. 2016 wird es zum ersten Mal eine Mediationsaufgabe in der Abiturklausur geben. Auf die Textauswahl für die schriftlichen Klausuren haben Lehrer seit der Einführung des Zentralabiturs keinen Einfluss mehr. Lediglich die Themen bereiten wir vor und üben die verschiedenen Methoden der Textanalyse. Und korrigieren müssen wir die Klausuren, das wird noch nicht zentral erledigt.

Auf dem Schreibtisch liegt gerade der letzte Klausurstapel für den Leistungskurs Englisch in diesem Schuljahr. Ein Text über die Auswirkungen von Globalisierung auf Fußball.

 

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