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Posts Tagged ‘Erinnerung’

Seine Lieder haben mich durch meine Jugend begleitet. Ich hatte genau zwei Alben des kanadischen Sängers, Vinyl, sie wissen schon, diese schwarzen Scheiben mit Rillen.

Auf jedem dieser Alben hat sich die Nadel meines weißen Dual-Plattenspielers in den 60er und 70er Jahren tiefer und tiefer eingegraben: Suzanne (Songs of Leonard Cohen, 1967) und Bird on a Wire (Songs from a Room, 1969). Ich konnte so wunderschön allen Herzschmerz meiner Teenagerjahre hineinheulen. Gerade habe ich die beiden Songs seit langem wieder angehört und sie erzeugen immer noch dasselbe Gänsehautfeeling wie vor fast 50 Jahren.

Rest in Peace Leonard Cohen, your songs will stay alive in my head and my heart.

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Gestern habe ich bei einer lieben Freundin meinen Geburtstagsgutschein für zwei Variationen von Schoko-Nuss-Muffins eingelöst und diese gemeinsam mit ihr bei einer Tasse Tee genossen. Ein sehr köstliches nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

Bei der gemütlichen Tee-Muffin-Stunde haben wir auch an meine Mama gedacht, die gestern 93 Jahre alt geworden wäre und die eine der weltbesten Kuchenbäckerinnen war. Auch wenn Muffins nicht zu ihrem Geburtstagskuchenrepertoire gehörten, hat sie von der großen Himmelswiese bestimmt mit Wohlwollen auf die Kuchenplatte geschaut.

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Sie zahlte mein erstes Gehalt, damals vor x-zig Jahren, als WerkstudentInnen ihren Lohn noch in einer Klarsichttüte im Personalbüro ausgezahlt bekamen.

Sie gab mir Arbeit in den Semesterferien, um meine Urlaube, mein Outfit, mein Auto und all den Luxus, den ich mir vom elterlichen Unterhalt nicht hätte leisten können, zu finanzieren.

Sie gab mir Arbeit, als mich die Lehrerschwemme in die Arbeitslosigkeit spülte.

Sie sorgte dafür, dass ich nicht „von der Schule in die Schule ging“, sondern Einblick bekam in das „richtige Arbeitsleben“.

Sie lehrte mich Wörter wie „kathodischer Schutz“ und „Vorarbeitermehrstunden“.

Sie bezahlte mich viele Jahre für das Erstellen einer frühmorgendlichen Pressemappe für die Vorstandsetage und für die Betreuung ausländischer Besucher in der Hauptverwaltung an der Huttropstraße.

Sie lehrte mich den Umgang mit Telefonistinnen, Büroboten und Registraturmitarbeitern und Empfangsdamen.

Sie lehrte mich die Macht von Vorzimmerdamen in Vorstandsetagen, die sich Chefsekretärin nannten und nicht Personal Assistant.

Sie lehrte mich den Umgang mit Bereichs- und Hauptbereichsleitern, vom Typ „väterlicher Freund“ bis „scharfer Hund“.

Sie lehrte mich den Umgang mit IBM-Kugelkopfschreibmaschinen und Magnetkarten zur Speicherung von Textdokumenten.

Sie lehrte mich das Aktualisieren von Loseblattsammlungen und das Radieren auf Rechnungsbögen mit 5 Durchschlägen.

Sie lehrte mich Geschäftsbriefe nach Stichworten zu formulieren und Verträge von knarzenden Diktafon-Kassetten abzuhören.

Sie ermöglichte meinen Eltern bis zu ihrem Tod ein Rentnerdasein ohne finanzielle Sorgen.

Seit heute ist die RUHRGAS tot, die Nachricht von ihren Ende stimmt mich wehmütig.

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Ménage à trois

Mr Gugel erinnert mit seinem Doodle heute an einen berühmten französischen Fotografen, der heute vor 100 Jahren geboren wurde. Sein berühmtes schwarz-weiß Foto (Der Kuss vor dem Rathaus) haben sicher viele Menschen gesehen, ohne den Namen des Fotografen zu kennen. Heute wird an ihn gedacht.

Robert Doisneau (1912-1994)

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Die gute alte Zeit

Ein 4. Januar in den 60er Jahren. Geburtstagsfeier bei Onkel Hugo. Zwei-Zimmer-Wohnung, Wohnküche, das Kaffeewasser wird auf dem Kohleherd gekocht, der Kaffee aus Tassen mit Goldrand serviert. Nach dem Kaffeetrinken sind die Frauen in der Küche, Tante Else spült das Geschirr, die anderen weiblichen Verwandten trocknen ab. Ich darf zugucken und mit den Indianerfiguren von Cousin Horst spielen. Männergespräche gibt es in der „guten Stube“.

Zum Abendessen gibt es Muscheln, die der Onkel persönlich in einem großen schwarzen Emailletopf zubereitet. Ich mag die komischen Viecher nicht, probiere nur sehr zögerlich. Zum Essen gibt es Bier und Korn, den männlichen, markanten, dreifach gebrannten. Die Damen trinken Edelkirsch aus flachen Likörschalen. Ich darf das Glas meiner Mutter auslecken.

Die Toilette ist eine Treppe tiefer, wer ‚muss‘ bekommt einen Schlüssel mit Herzchenanhänger und eine Rolle Toilettenpapier. So braucht man nicht die zurechtgeschnittenen Zeitungsabschnitte benutzen, die an einer Schnur bereithängen. Es ist eisig kalt im Toilettenraum, kein Ort für lange ‚Sitzungen‘.

Bilder im Kopf, Erinnerungen an die „gute, alte Zeit“.

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