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Posts Tagged ‘Feueralarm’

Donnerstag – Klausurtag

11.25 Uhr: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 (Qualifikationsphase – früher: Klasse 12 – noch früher: „Unterprima“) sitzen vor ihren Aufgabenblättern und schreiben seit 90 Minuten an ihren LK-Klausuren. Ich führe Aufsicht. Draußen scheint die Sonne.

11.26 Uhr: Feueralarm. Die SchülerInnen schrecken hoch, schauen fragend. Ich spule den eingeübten Alarmplan ab. „Fenster schließen. Raus gehen. Taschen liegen lassen. Direkt auf den Hof gehen. Vom Eingang weg bleiben. Zusammen bleiben. Auf mich warten.“ Ich greife mein Handy, meinen Schlüssel, mache das Licht aus, schließe die Türe hinter mir und folge den SchülerInnen auf den Hof. Wir stehen in der Sonne zusammen mit den SchülerInnen und KollegInnen aus den anderen Klausurräumen und uns beschäftigt nur eine Frage: Wo brennt es?“ Was ist jetzt mit den Klausuren?“

11.50 Uhr: Der Alarm ist beendet, wir dürfen wieder ins Gebäude.

Und was ist jetzt mit den Klausuren? Wir warten auf die Entscheidung der Schulleitung. [Wie hätten Sie entschieden? Wie ist die Entscheidung ausgefallen?] (mehr …)

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Heute ist es mir wirklich schwer gefallen, mich nach der Korrektur von 27 Klassenarbeiten noch einmal zum Schreiben aufzuraffen. Dennoch, hier kommt mein Donnerstag:

Das mit dem Wecken um viertel nach sechs kennen Sie ja jetzt schon, das war auch heute nicht anders. Vielleicht ist es mir ein kleines bisschen schwerer gefallen aufzustehen als gestern, aber auf derartige Befindlichkeiten nimmt mein Stundenplan keine Rücksicht. Noch hat niemand die Gleitzeit in der Schule eingeführt. Zudem muss ich Haare waschen, also nix mit „noch 5 Minuten liegen bleiben“.

Kaffee, Toast und Rosinenstuten zum Frühstück, ein Blick in die Zeitung, dann noch ein paar Kleinigkeiten in die Schultasche packen, die sich heute problemlos schließen lässt. Nur Unterricht in Klasse 6 heute, Klasse 7 schreibt Klassenarbeit, daher nur kleines Gepäck.

Das Auto steht wieder am gewohnten Platz, ist jedoch schneebedeckt. Ich fege die Scheiben frei, den restlichen Schnee pustet der Fahrtwind später vom Dach und von der Motorhaube. Als ich auf dem Lehrerparkplatz ankomme, sind die vorderen Parkplätze bereits alle belegt. Ich finde den vorletzten Platz im zweiten Feld. Heute gibt es keine Sonne und keinen weißen Rauch, Bäume und Sträucher sind schneebedeckt, der Himmel ist grau.

Immer noch Winter

Immer noch Winter

Die Siebtklässler schreiben ihre Arbeit ohne besondere Probleme. Nach 60 Minuten ist alles geschafft und die Hefte im roten Beutel verstaut. Wochenendbeschäftigung.

In der 3. Stunde muss ich wieder einmal in einer 9. Klasse Vertretungsunterricht geben. Die SchülerInnen haben Aufgaben, die sie allerdings nicht erledigen möchten. Einige kenne ich aus dem Geschichtsunterricht. Der Klassenraum ist ungewöhnlich voll. Die niederländischen Gastschüler sind ebenfalls dort, kein besonders interessantes Programm, so eine Vertretungsstunde. Ich erfahre, dass den Gastschülern Vertretungsunterricht unbekannt ist, wenn an der Partnerschule eine Stunde ausfällt, beschäftigen sich die Schüler selbständig oder gehen nach Hause. Neid kommt auf – bei unseren SchülerInnen und auch bei mir.

In der letzten Stunde am Donnerstag steht Englisch in Klasse 6 auf dem Plan. Gestern habe ich endlich den Vokabeltest korrigiert und kann ihn zurückgeben. Nach der Klassenarbeit fragt niemand mehr, man weiß, die gibt es am Freitag. Ich schreibe einen Satz an die Tafel, unterstreiche ein Satzteil. „The magazine is about football.“ Arbeitsauftrag: Bildet einen Fragesatz, der nach dem unterstrichenen Satzteil fragt. Das Bilden von Fragesätze mit Fragewörtern und Präpositionen haben wir in der vorigen Stunde neu gelernt. Da die Schüler gerne „gegen die Uhr“ arbeiten, gebe ich eine Minute Zeit, danach soll der Satz richtig im Heft stehen. „Fertig“, ruft der erste Schüler nach nur 15 Sekunden, nach 30 Sekunden meinen weitere Schüler, die Lösung gefunden zu haben, andere grübeln noch. Die letzten 10 Sekunden zählen wir gemeinsam herunter: 10, 9, 8, 7, 6, noch 5, 4, 3, 2, FEUERALARM !!! Der Sirenton ist eindringlich. Nach kurzem Erstaunen reagieren die SchülerInnen vorbildlich. Fenster werden geschlossen, eine Zweierreihe vor der Tür gebildet, ich greife Schlüssel und Klassenbuch und gebe das Startzeichen zum Verlassen des Klassenraums. Hinter dem letzten Schüler schließe ich die Türe. Im Treppenhaus geht es erstaunlich zivilisiert zu, kein Schubsen oder Rennen. Alle wissen, wohin sie gehen müssen. Erst als wir in dem uns zugewiesenen Bereich des Schulhofes stehen und ich kurz die Anwesenheit kontrolliere, fragt mich eine Schülerin: „Brennt es wirklich?“ Ich weiß es nicht, vermute aber, dass es ein Probealarm oder – wie erst vor kurzem – ein technischer Defekt der Feuermeldeanlage ist. Später wird sich herausstellen, dass der Alarm mutwillig von einer noch unbekannten Person (Schüler?) ausgelöst wurde.

Zurück in der Klasse lobe ich die SchülerInnen für ihr vorbildliches Verhalten und wir gehen relativ schnell zur Tagesordnung über. „What is the magazine about?“ ist die richtige Lösung der Aufgabe an der Tafel. Es bleibt noch Zeit für das Notieren der Vokabelaufgabe, dann ist Pause. Die SchülerInnen gehen wieder auf den Hof, diesmal jedoch mit Jacken und in kleinen Gruppen und ohne meine Begleitung.

Ich habe frei und fahre zum Einkaufen zum Stautenhof, um dort die Schenkel eines Weidehähnchens für das Abendessen einzukaufen. Ein Salat kommt auch noch dazu und ein Stück Käse aus dem Angebot.

Der Rest des Nachmittags steht ganz im Zeichen der Korrektur der 6er-Arbeit, schließlich habe ich angekündigt, diese morgen zurückzugeben. Nur unterbrochen vom Abendessen und einigen kurzen Teepausen, arbeite ich den Stapel ab. Nach dem Abendessen kann der Mann im Haus sein Excel-Programm anwerfen und die Säulendiagramme für die Auswertung der Arbeit erstellen und für jeden Schüler ausdrucken. So können die Schüler (und Eltern) sehen, wie erfolgreich sie bei den einzelnen Aufgaben im Vergleich zum Klassendurchschnitt und zur Maximalpunktzahl waren.

Während Heidi die Teenie-Models umstylt und über den Catwalk schickt, schreibe ich Noten unter Klassenarbeiten und klebe die Auswertungen in die Hefte.

Noch eine halbe Stunde hat der Donnerstag und morgen ist Elternsprechtag – von 16 – 18.30 Uhr! Ich kann mir einen angenehmeren Start ins Wochenende vorstellen.

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Schule am Mittwoch

FEUERALARM!

Die 6er präsentieren ihre Referate zum Thema „My favourite star“. Einige machen das wirklich sehr gut, haben die in den letzten beiden Förderstunden erarbeiteten Kriterien für eine gute Präsentation ansprechend umgesetzt. Auch das Feedback auf Englisch klappt prima, jede der vier Präsentationen wird sachlich und angemessen kritisch bewertet. Die Lehrermeinung weicht nur minimal vom Urteil der Mitschüler ab.

Da sich jeder 3 Aspekte aus dem Inhalt jeder Präsentation notieren muss, die ihm oder ihr in Erinnerung geblieben sind und von denen er vorher noch nichts gewusst hat, sind auch die Zuhörer angemessen beschäftigt und die Aufmerksamkeit entsprechend hoch.

Gerade als wir die letzte Präsentation „Lady Gaga“ bewertet haben, meldet sich der Feueralarm.

Da wir erst vor wenigen Wochen einen Feueralarmübung erfolgreich durchgeführt haben, weiß jeder, was zu tun ist. Fenster zu, Klassenbuch mitnehmen, zu zweit auf dem kürzesten Weg zum Treppenhaus und auf den Hof, der Lehrer geht zuletzt, die Klasse wird nicht abgeschlossen. Einige ängstliche Gesichter, alle gehen sehr diszipliniert hinaus, selbst die mit der großen Klappe sind ausgesprochen schweigsam. Im Flur begegnen uns andere Klassen, ebenfalls diszipliniert,  es gibt keine Panik, kein Rennen, kein Schubsen, auch dann nicht, als sich der Schülerstrom aus den oberen Etagen mit dem von der unteren vermischt. Fragende Gesichter auch bei den Kolleginnen und Kollegen, nirgendwo ist Rauch zu sehen oder zu riechen. Wieder eine Übung? Wir stehen auf dem Schulhof, kontrollieren die Anwesenheit, warten …

Es passiert … nichts! Nach ewig langen 20 Minuten fährt ein einsames Feuerwehrauto vor das Schultor, 3 Feuerwehrmänner betreten den Schulhof, werden von der Schulleitung begrüßt und ins Gebäude begleitet. Eine Übung? Wir warten weiter. Erst ein Mitglied der Schulleitung kann den Alarm aufheben, erst dann dürfen wir ins Gebäude zurück. „Ich habe Hunger.“ „Können wir spielen gehen?“ Den Schülern ist langweilig, es gibt nichts zu sehen, nichts zu hören. Zwei Mädchen haben ihr Federmäppchen mit auf den Hof genommen, sie wollten ihre Glitzerstifte nicht unbeaufsichtigt in der Klasse zurücklassen. Auch ein Handy ist hier und da zu sehen. „Können wir Musik hören?“

„Es brennt in der Biologie.“ „Ein Lehrer hat Rauch in der Mensa gesehen.“ Erste Gerüchte machen die Runde. Dann endlich das ersehnte Zeichen, wir können ins Gebäude zurück. Das geht leider nicht so diszipliniert wie der Weg nach draußen. Alle sind sehr viel lauter, es wird geschubst, jeder möchte zuerst wieder in der Klasse und bei seinen Sachen sein.

Einige Zeit später erfahren wir den Grund für den Alarm: Einer der Dampfgarer in der Mensa machte so viel unkontrollierten Dampf, dass der darüber befindliche Rauchmelder Alarm schlug und uns eine unfreiwillige halbe Stunde auf dem Schulhof bescherte.

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