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Posts Tagged ‘Kopierer’

freitags

Freitags ist mein kürzester Tag in der Schule. 2 Unterrichtsstunden, in einer Klasse, in meiner Klasse. Dementsprechend gut ist meine Stimmung, den Blick fest aufs Wochenende gerichtet.

Freitags ist auch Markt im Dorf Stadtteil, deshalb gibt es Brötchen zum Frühstück, die netterweise der „Mann im Haus“ bei jedem Wetter holt. Bis zu den Weihnachtsferien war die Tüte mit 4 Brötchen bereits vorbereitet, wenn er sich dem Verkaufswagen näherte, er musste nur noch den Euro anreichen und der Deal war perfekt. Seid zwei Wochen ist der „Brötchenmann“ nicht mehr da, er hat sich zur Ruhe gesetzt, eine „Brötchenfrau“ hat seinen Job übernommen und muss die Wünsche der frühen Kunden erst noch verinnerlichen.

Brötchen zum Frühstück lassen mich später als sonst den Weg zur Schule antreten, heute morgen musste ich zudem noch die Autoscheiben vom Eis befreien, da war ich froh, 10 Minuten vor Stundenbeginn das Schulgebäude und den Kopierraum zu betreten.

Im Kopierraum kämpfte der Herr Referendar mit dem Kopierer, der seinen Unmut durch laute Pieptöne deutlich machte (der Kopierer, nicht der Referendar!!). „piiiiiep“ kann heißen: „Nimm das Original von meiner Glasplatte“ oder auch „Nimm die Kopien aus dem Sammelfach„.  Heute wurde das „piiiiiep“ immer eindrindlicher, je heftiger der Herr Referendar auf dem Display herumtastete. Nach einem kurzen Blick auf das schwarze Ungetüm war mir klar, was es wollte. Zusätzlich zum verzweifelten „piiiep“ leuchteten alle orangefarbenen Dioden an den Papierbehältern. „piiiep“ heißt dann „Ich will Papier„. Wenn alle Dioden leuchten, geht gar nichts mehr, dann muss „gefüttert“ werden.

Der Herr Referendar öffnete also ein Papierpaket mit 500 Blatt und legte einen winzigen Stapel Papier ein, frei nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“. „piiiiiep“ antwortete der Kopierer, was nicht „dankeschön“ hieß, sondern „das war das falsche Fach, du Id…„. Erst nach einem weiteren Fehlversuchpiiiep“ gelang es dem Herrn Referendar, das zum Druckauftrag passende Papiermagazin aufzufüllen und sein Druckauftrag konnte beendet werden. Nachdem die nächste Kollegin ihren Kopierauftrag erteilt und ich auch die restlichen Magazine mit größeren Mengen Papier befüllt hatte, wurden wir wieder von einem lauten „piiiep“ aufgeschreckt. „piiiiep“ und Stillstand bei vollen Papiermagazinen kann nichts Gutes bedeuten. Toner leer, Papierstau oder sonst ein technischer Defekt. Zum Glück brachte ein Blick ins Display gleich die entsprechende Fehlerdiagnose: „[Frau Kollegin], ihr Kopierkontingent ist aufgebraucht, wenden Sie sich an den Administrator„. Worst case – Szenario, end of exercise, nichts geht mehr, was bleibt, ist „Druckauftrag abbrechen“ und „Abmelden„.

Zum Glück verfüge ich noch über ein Kontingent von 405 Kopien bis Februar, so dass die Kollegin ihre Kopien von meinem Konto abbuchen konnte und ihr zumindest heute morgen der Gang nach Canossa zur Schulleitung erspart blieb, um dort Buße zu tun sich dort für den verschwenderischen Umgang mit ihrem Kopierkontingent zu rechtfertigen und um einen „Nachschlag“ zu bitten.

Der Rest des Freitags verlief unspektakulär und jetzt ist Wochenende, das angefüllt ist mit allerlei „Restarbeiten“. Am Montag müssen die Noten für alle Klassen und Kurse in Listen eingetragen werden, also gilt es am Wochenende für alle SchülerInnen eine passende Note auszuwürfeln ääähm … zu errechnen ääähm … unter Berücksichtigung aller im letzten Halbjahr erbrachten Leistungen festzulegen.

Hoffentlich finde ich noch rechtzeitig die Ergebnisliste der ersten Klausur meiner EF-Schüler. Weg ist sie nicht, aber da ist sie auch nicht 😉

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Am Aschermittwoch

… ist alles vorbei. Leider auch der schöne Urlaub auf der Insel, die uns diesmal zwar mit einigen Regenschauern begrüßte, sich aber bereits am frühen Morgen des zweiten Tages eines Besseren besann und uns von da an bis zu unserer Abreise mit Sonne verwöhnte.

Die Rückkehr in den Alltag fiel schwer, einziges Highlight: der Kopierer funktioniert wieder, darf aber vom niederen Volk von den LehrerInnen nur eingeschränkt genutzt werden, da er dem Sekretariat und der Schulleitung für die Anmeldungen der neuen Fünftklässler zur Verfügung stehen muss. Aber immerhin, theoretisch und in einem eingeschränkten Zeitfenster können wir wieder kopieren. Wurde ja auch Zeit, denn in der nächsten Woche beginnt die Klausurphase.

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Tag 3 ohne Kopierer. Mir fehlen nicht nur die Arbeitsblätter im Förderunterricht, sondern auch die netten Gespräche morgens vor acht im Kopiererraum. Ein Ende der kopiererlosen Zeit ist noch nicht abzusehen. Alternativen reichen von Ausdrucken am heimischen Drucker bis zur Fahrt zum Copyshop in der Stadt. Auch der benachbarte Supermarkt profitiert bereits von der Notlage. Dort gibt es eine Kopie für zehn Cent. Wir arrangieren uns mit der Situation und sollten uns nicht wundern, wenn die Schulleitung auf der nächsten Lehrerkonferenz die Abschaffung des Kopiergerätes verkündet. Es geht doch auch ohne.

Zum Thema „What does it mean to be British“ lautet der originellste Beitrag im Grundkurs der Q1: „They make a snake.“ Kobra oder Python? Aus Knete oder Fimo?

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