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Posts Tagged ‘Krupp’

Mein Großvater war einer, mein Vater auch, jedenfalls bis zum Beginn des 2. Weltkrieges. Auch meine Mutter hat bei Krupp gearbeitet. Meine Großeltern wohnten in einer Firmenwohnung von Krupp. Und irgendwie waren alle stolz, Kruppianer (gewesen) zu sein.

Hart wie Kruppstahl …

Ein Highlight meiner Kindheit war der Besuch im „Kruppschen Konsum“, dem Kaufhaus für Kruppianer und ihre Familien. Ich erinnere mich an das Goldfischbecken im dortigen „Erfrischungsraum“ und an Kartoffelsalat mit Würstchen. Heute steht auf dem Gelände das Einkaufszentrum „Limbecker Platz“. Kartoffelsalat und Würstchen gibt es dort immer noch, Goldfischbecken nicht mehr.

Gestern kamen mir wieder ganz viele Erinnerungen an Erzählungen meiner Großeltern und Eltern in den Kopf, als ich die Sonderausstellung „Mythos Krupp“ im Ruhrmuseum auf dem Gelände des Weltkulturerbes Zollverein besuchte und vor den zahlreichen Vitrinen mit allerlei Erinnerungsstücken rund um die Firmen- und Familiengeschichte der Krupps stand.

Weg zur Austellung „Mythos Krupp“ im Ruhrmuseum Essen

Der „Mythos Krupp“ hat viele Facetten.

Da ist der Krupp, der Arbeitgeber für tausende Essener Familien ist, der „seine Arbeiter“ mit Privilegien ausstattet, ihnen Wohnungen gibt und Sozialversicherungen, ein Krankenhaus baut und ein Kaufhaus.

Da ist der Krupp, der nahtlose Eisenbahnräder schmiedet und der Kanonenkönig Krupp, der mit der „Dicken Bertha“ eine „Wunderwaffe“ für den 1. Weltkrieg baut.

Da ist der Krupp, der eine bedeutende Rolle zur Zeit der Nationalsozialisten und im 2. Weltkrieg spielt, der Zwangsarbeiter und Menschen aus Konzentrationslagern beschäftigt und der von den Alliierten verhaftet und in den Nürnberger Prozessen verurteilt wird.

Und da ist der Krupp, der die Firma in eine Stiftung verwandelt, die heute das vormalige Familienvermögen und das Erbe der Familie Krupp verwaltet und die ein umfangreiches Aktienpaket der Thyssen-Krupp AG hält und zudem gemeinnützige Projekte auf den Gebieten Sport, Kultur und Völkerverständigung unterstützt. Zuletzt hat sie sich am Neubau des Essener Folkwang-Museums mit 55 Mio € beteiligt.

Die Ausstellung ist noch bis November zu sehen und bietet auch die Gelegenheit für einen Spaziergang über das ehemalige Zechengelände und die Kokerei „Zollverein“. Dabei kommt man gar nicht umhin, zum wiederholten Male das Wahrzeichen der „schönsten Zeche der Welt“ im Foto festzuhalten, den wahrscheinlich meist fotografiertesten Fördertum der Welt.

Zeche Zollverein – Förderturm „Schacht XII“

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