Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Lehrerleben’

Noch 160 Kalendertage, dann habe ich für immer schulfrei.

Ich bin gespannt und freue mich darauf.

Aber ein bisschen Sorge ist auch dabei. Da ich keine Beamtin bin, bekomme ich eine ganz normale Rente. Und die auch noch gekürzt um die Monate die ich vor dem Erreichen meines Rentenalters vorzeitig mit der Arbeit aufhöre. Ob das reichen wird für all die Pläne, die ich für die Zeit nach der Schule habe? Wir werden sehen.

Doch jetzt hoffe ich erst mal auf einen erträglichen Stundenplan für das letzte Schulhalbjahr.

Werbeanzeigen

Read Full Post »

Dritte Stunde Leistungskurs. Thema: Shakespeare. Während nach einer gefühlten Ewigkeit alle ihre Unterlagen hervorgekramt haben und ich gerade die erste Frage gestellt habe, geht die Tür auf und Schüler A. kommt herein.

Entschuldigung die Verspätung, aber ich (bla, bla, bla)“

Er setzt sichauf seinen Platz. Gerade gehe ich daran, die verspäteten Minuten hinter seinem Namen in die Schülerliste einzutragen, als mir eine Idee kommt. In der 9. Klasse haben wir gerade damit begonnen, den Roman „The Giver“ von Lois Lowry zu lesen (Der Hüter der Erinnerungen). Gleich im ersten Kapitel erfährt der Leser etwas über die Regeln in der Schulgemeinschaft. Asher, einer der Jugendlichen der Gemeinschaft, kommt zu spät zum Unterricht. Er muss vor der Klasse stehen bleiben und die Standardentschuldigung vorbringen:

I apologize for inconveniencing my learning community.“ (Ich entschuldige mich dafür, meiner Lerngruppe Unannehmlichkeiten bereitet zu haben.) Danach folgt eine Erklärung der Verspätung und am Schluss noch einmal eine Entschuldigungsfloskel:

I apologize to my classmates.“ (Ich entschuldige mich bei meinen Klassenkameraden.)

Die Klasse antwortet mit der vorgeschriebenen Standardantwort:

We accept your apology, Asher.“ (Wir nehmen deine Entschuldigung an.)

Diesen Ausschnitt aus dem Roman lese ich den SchülerInnen des Kurse vor und bitte dann den Schüler A., sich auf die eben gehörte Weise zu entschuldigen. Ohne Widerspruch formuliert er die Entschuldigung auf die vorgegebene Weise und seine MitschülerInnen haben großen Spaß daran, seine Entschuldigung gemeinsam zu anzunehmen. Gut gelaunt fahren wir mit dem Unterricht fort.

Kurze Zeit später schreibe ich den Begriff „Shakespearean sonnet“ an die Tafel und mache dabei einen Schreibfehler (ein ‚i‘ hinter dem ‚r‘). Als ich den Fehler bemerke, korrigiere ich ihn und entschuldige mich. Heute allerdings nicht nur wie sonst mit „Sorry, my fault!„, sondern ganz formvollendet mit „I apologize to my students for the typo.“ Und sofort höre ich ein mehrstimmiges „We accept your apology, Mrs Ladybird.“

English lessons are fun, aren’t they? Unterricht kann wirklich Spaß machen!

Read Full Post »

„Letzter Ferientag für dich …“ textet das große Kind heute morgen um acht nach acht auf mein Smartphone. „Ja leider …“ texte ich zurück, „und noch sooo viele Korrekturen“. Während sie bereits die erste Kaffeepause bei der Arbeit verbringt, habe ich gerade die Beine über die Bettkante geschwungen und die Füße in warme Hausschuhe gesteckt. Der Mann im Haus ist schon zur Arbeit gefahren, er hat Kaffee gemacht, der auf dem gedeckten Frühstückstisch auf mich wartet. Ich trinke eine Tasse und chatte dabei mit dem Kind über Urlaubspläne, Karneval und die Möglichkeit eines gemeinsamen Besuchs der Boot in Düsseldorf. Dann muss sie wieder arbeiten und ich bewege mich an den Schreibtisch. Der Klausurstapel will reduziert werden, ein paar Gedanken für die morgigen Unterrichtsstunden sollte ich mir auch noch machen, ein Aushang für die Schulsprechstunde der Berufsberaterin muss gedruckt werden … Auf gehts!

Read Full Post »