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Posts Tagged ‘Lehrerzimmer’

Man (zumindest ich!) musste zunächst ein wenig nachdenken, um das Motto der Abiturienten von 2017 zu verstehen.

In diesem Jahrgang machen tatsächlich die letzten in den 90er Jahren geborenen Kinder Abitur. Das ist schon etwas Besonderes. Da waren die meisten Lehrer auch gerne mal bereit, bei Singstar mitzumachen oder  im Lehrerzimmer durch ein Bällebad aus Luftballons zu kriechen, um darin versteckte Sterne zu finden.

Im nächsten Jahrgang erwarten wir dann die „Millennium-Babys“.

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Montag, der erste Schultag für Lehrer und alle Schülerinnen und Schüler, die sich mit Hilfe einer Nachprüfung die Versetzung in die nächste Jahrgangsstufe verdienen wollen.

Der erste Satz nach dem Betreten des Schulgebäudes durch den Lehrereingang kommt von einer jungen Kollegin, die mir auf dem Weg zum Lehrerzimmer begegnet: „In der Lehrertoilette sind Tiere! Ich habe dem Hausmeister schon Bescheid gesagt!“

‚Tiere?‘, denke ich. ‚Hund, Katze, Maus? Rosa Elefanten?‘

Was für Tiere?“, frage ich, auf das Schlimmste vorbereitet. Kakerlaken vielleicht, oder Ratten? Die sollen ja gelegentlich aus Kloschüsseln springen.

Kleine schwarze Fliegen, ganz viele, ganz eklig!“, klärt mich die Kollegin auf.

Ich vermeide den Gang zur Toilette (ich war es kurz zuvor zu Hause, also kein Problem) und gehe stattdessen ins Lehrerzimmer, in der Hoffnung dort keine Tiere anzutreffen, sondern nette Kolleginnen und Kollegen.

Einige sitzen dort bereits, andere stehen noch zahlreich drumherum und „es tobt der Bär“ (schon wieder ein Tier), weil noch nicht jeder seinen Wunschplatz an seinem Wunschtisch gefunden hat. In den Ferien wurde das Lehrerzimmer vergrößert, Tische und Stühle neu gruppiert. So sind nun die im Vorteil, die bereits seit 8 Uhr in der Schule sind und ihren Platz bereits markiert haben. Machen die Tiere nicht auch, markieren meine ich?

Mein Lieblingsplatz ist bereits anderweitig besetzt, doch zum Glück hat eine nette Kollegin für mich einen Platz an ihrem Tisch im hinteren Bereich des Lehrerzimmers reserviert. Weit weg von der Türe, an der sich in den Pausen die Schüler drängeln und weg vom Telefon, das in Pausen und Freistunden gerne häufig klingelt.

Ich markiere meinen Platz mit einem Stiftebecher, in dem eine englische Flagge steckt. Das Schuljahr kann beginnen und es beginnt mit einer zweieinhalb-stündigen Konferenz, in deren Verlauf der Schulleiter wegen der Tiere auf der Toilette Entwarnung gibt: sie wurden von dem Hausmeistern und den Putzfrauen inzwischen entfernt.

Seine Worte werden am Mittwoch zu überprüfen sein.

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Wieviel Uhr ist es, wenn Sie an einem Donnerstag im Februar vor einer Klasse stehen, die gerade Sätze im „present perfect“ bildet, und plötzlich die Tür aufgeht, eine lange Schülerschlange durch den Klassenraum zieht und dabei etwas von einem Sultan singt, der Durst hat?

Richtige Antwort:  11 Uhr 11

Am besten bleiben Sie entspannt, wenn dann drei Viertel  der SchülerInnen aufstehen und sich der Schlange anschließen. Plaudern Sie nett mit denen, die noch im Klassenraum bleiben, loben Sie diejenigen, die ihre Aufgaben weiter erledigen und schließen Sie am Ende der Stunde nach dem Gong zur großen Pause den Klassenraum ab.

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen der Zutritt zum Lehrerzimmer verwehrt bleibt, weil dort die Karawane gestrandet ist und Sie zwischen all den geschminkten und ungeschminkten Schülergesichtern die Ihrer Kolleginnen und Kollegen nicht erkennen können.

Warten Sie, bis auch der letzte Schüler am Ende der Pause an Ihnen vorbeigezogen ist und Sie das Lehrerzimmer wieder betreten können.

Gehen Sie dann nicht zu Ihrem Platz, sondern erst zum Fenster, um dieses weit zu öffnen und den Schülergeruch – eine Mischung aus Schweiß, Deo und Haarspray – herauszulassen.

Freuen Sie sich, wenn Sie kurz darauf die Schule verlassen dürfen, weil Ihr Stundenplan nur 4 Stunden vorsieht.

Bedauern Sie die Kolleginnen und Kollegen, die noch bis 16 Uhr unterrichten müssen dürfen.

Denken Sie daran, dass nur einmal im Jahr KARNEVAL und am ASCHERMITTWOCH alles vorbei ist.

HELAUALAAF und so weiter … 😉

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„Schöne Ferien gehabt?“, frage ich die erste Kollegin, die ich am 1. Schultag nach den Ferien morgens im Kopierraum treffe.

„Nein“, antwortet sie, „ich habe nicht alles geschafft, was ich mir vorgenommen habe.“

„Schöne Ferien gehabt?“, frage ich den Kollegen, der mir die Türe zum Treppenhaus aufhält.

„Nein“, antwortet er, „zu viel Arbeit. Korrekturen, dazu eine 3-tägige Fortbildung von freitags bis sonntags.“

An meinem Tisch im Lehrerzimmer sitzt ein Kollege. Ich traue mich nicht, ihn nach seinen Ferien zu fragen und sage nur freundlich „Guten Morgen“.

„Schöne Ferien gehabt?“, fragt er mich.

„Ja“, antworte ich.

„Ich auch“, sagt er, „ich habe mich gut erholt.“

Endlich, wenigstens einer.

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… sitze ich nicht an meinem heimischen Schreibtisch, sondern an meinem Platz im Lehrerzimmer und warte auf den Gong zum Stundenbeginn.

Something to look forward to?

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Folter

Überall im Lehrerzimmer lauert die Versuchung. Ein Glas mit Plätzchen steht neben der Kaffeemaschine, eine Schale mit Schokoriegeln auf dem Tisch der Referendare und eine Dose mit Lakritzkonfekt steht auf dem Tisch, den ich mit 6 anderen Kolleginnen und Kollegen teile. Reihum füllen wir diese Dose auf. Heute lachen mich die rautenförmigen, mit bunter Zuckerglasur überzogenen Lakritzstücke an, ein Kollege hat sie frisch nachgefüllt. Meine Lieblingssorte.

Vielleicht sollte ich eins … ? Ausnahmsweise … weil Freitag ist?

Doch da ich mir für diesem Monat fest vorgenommen habe, keine Süßigkeiten zwischendurch zu naschen, gibt es kein Lakritzkonfekt für mich. Während die Kollegen immer wieder in die Dose greifen, versuche ich, meinen Blick in eine andere Richtung zu lenken und schluckte tapfer das Wasser herunter, das mir im Mund zusammenläuft. Mein zweiter Name ist Konsequenz.

Zum Glück kündete der Gong vom Ende der Pause und macht meiner selbstauferlegten Folter ein Ende.

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Montagsschule

Als ich um halb acht das Haus verlasse, liegt Schnee auf dem Auto und das weiße Zeugs rieselt immer noch vom Himmel. Entsprechend schleichend ist der Weg zur Schule. Kurz vor der Einfahrt zum Schulhof steht mal wieder mein Freund der Radarwagen. Der hat wahrscheinlich am Freitag seinen Einsatz verpasst und versucht heute das Versäumte nachzuholen. Dumm nur, dass auf der Strecke, die er im Visier hat, alle Fahrzeuge nur im Schritttempo vorankommen und sich der Verkehr bis zur nächsten Ampelkreuzung staut. Da lassen sich keine Blitzgeschäfte machen.

Meine Klasse ist nur mäßig begeistert vom neuen Thema „Media“. Die Damen und Herren tun sich schwer mit dem Zusammentragen von Stichworten. Beim Thema „Reality TV“ kommt etwas mehr Begeisterung auf, hier und da entsteht eine Diskussion darüber, ob eine Sendung „Reality TV“ ist oder nicht. Mindesten zwei SchülerInnen haben keine Stichwörter zum „Reality TV“ notiert, haben noch nie etwas davon gehört, andere können aus dem Stegreif mehrere Sendungen nennen. Auch Fachbegriffe wie „scripted reality“ sind im Umlauf. Es gibt viele Fragen. Eine davon: „Was heißt ’sich blamieren‘?“

Kaffee und Kekse im Lehrerzimmer sind alle …

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