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Posts Tagged ‘Rentnerinnenleben’

Seit Donnerstag, 1. August 2019 bin ich nicht mehr Angestellte im Öffentlichen Dienst des Landes NRW. Für meinen Lebensunterhalt zahlt jetzt die Bundesrepublik Deutschland, also Sie und Du und Ihr. Vielen Dank.

Blumentorte

Ein Grund zum Feiern fand ich und lud die liebste Freundin, das kleine Kind, den Dreijährigen, den Papa vom Dreijährigen und den Lieblingsmann ein.

Am Nachmittag fuhren drei Frauen und ein kleiner Mann zum Bauerncafé, aßen riesige Tortenstücke, tranken Kaffee, Cappucchino und Limonade und kauften anschließend auf dem Bio-Bauernhof meines Vertrauens Grillfleisch und Grillwürstchen.

Am Abend kamen der Papa vom Dreijährigen und der Lieblingsmann dazu, und wir aßen Kartoffelsalat „wie von Oma“ und Leckeres vom Grill.

Mit der liebsten Freundin saß ich noch lange nachdem die Familie nach Hause gefahren und der Lieblingsmann zu Bett gegangen war, und wir redeten – über neue und alte Zeiten, über Schule, Kinder, Kochrezepte und natürlich auch über Männer. Erst sehr weit nach Mitternacht gingen wir schlafen.

Nun kann es ganz offiziell beginnen, das Abenteuer Rentnerinnenleben. Ich bin gespannt, welche Überraschungen und Herausforderungen es für mich bereithält.

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Heute Morgen habe ich zwei Damen der Generation 65+ getroffen, die schon früh mit einer ganz besonderen Tätigkeit beschäftigt waren.

Sie standen gemeinsam am Friedhofsbrunnen, jedoch nicht, um die mitgebrachten Wasserkannen zu füllen, sondern um ihrer mitgebrachten Hündin den Po zu waschen.

Während die eine das Wasser mit der Fußtaste zum Laufen brachte, hielt die andere ihre Hündin mit dem Hinterteil unter den Wasserstrahl und reinigte es mit einem Waschlappen. Die Prozedur dauerte eine Weile und nach und nach kamen weitere Friedhofsbesucher zum Brunnen, um ihre Gießkannen zu füllen und so wie ich das Schauspiel zu beobachten. Wir mussten warten, bis die beiden Damen die Säuberung der Hündin in Ruhe zu Ende gebracht und ihr danach mit einem Handtuch das nasse Fell getrocknet hatten. Anschließend füllten sie ihre Wasserkannen und ließen die Hündin daraus trinken, bevor sie sich auf den Weg zu ihren Grabstellen machten.

Richtig zufrieden waren die Beiden mit dem Waschergebnis offensichtlich nicht, hörte ich doch, wie sie im Weggehen einen weiteren Besuch am Brunnen nach Abschluss der Gießarbeiten verabredeten.

Ich hätte von der Aktion gerne ein Foto gemacht, aber ich bin nicht sicher, ob die Damen damit einverstanden gewesen wären.

Ich hätte auch gerne eine kritische Bemerkung zur Zweckentfremdung von Gießwasserbrunnen auf Friedhöfen gemacht, aber ich habe mich dann doch nicht getraut, aus der Menge der schweigenden Beobachter hervorzutreten. Für die war das Schauspiel vielleicht gar nicht neu, weil sie den Friedhof regelmäßig am Morgen besuchen. Man kennt sich dort, man grüßt sich, man steht geduldig mit der Kanne am Brunnen an. Man hat Zeit. Muss ich wohl erst noch lernen.

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Die Nacht ist um sechs Uhr zu Ende, weil der kleine Gast feststellt, dass es draußen schon hell ist. Ich hätte gerne noch ein Stündchen geschlafen (mindestens), füge mich aber den Wünschen des jungen Herrn.

Sein Frühstück besteht aus einem Becher Kakao, ich trinke einen Kaffee. Anschließend malen wir einen Betonmischer aus, spielen mit Autos, ich baue einen Kran mit dem Holzbaukasten, das schwierigste Modell von allen, die im Bauanleitungskatalog beschrieben sind. Eine echte Herausforderung.

Um zehn Uhr machen wir eine Spielpause und fahren zum Markt. Dort kaufen wir Äpfel und Eier. Die Frage, ob wir braune oder weiße Eier kaufen wollen, entscheidet er mit „die grauen“. Die Marktfrau ist amüsiert und schenkt ihm ein buntes Ei, ein rotes, mit dem Hinweis, leider habe sie kein graues.

Wir kaufen Brötchen und Schinkenwurst („Kreiswurst“) fürs Mittagessen, machen einen kleinen Einkauf im Drogeriemarkt.

Nach dem Mittagessen machen wir einen Ausflug zum Spielplatz. Mit einem „Trommelrutscher“ versucht der Dreijährige den Sand am unteren Ende der Rutsche loszuwerden, erfolglos. Wir finden eine große Elsternfeder und nutzen sie als Minibesen.

Sicher rutschen mit Helm 😀

Wir treffen Rebecca, deren Aufgabe es ist, die Bäume in der kleinen Grünanlage zu überprüfen. Sie klopft mit einem Hammer auf den Stämmen, trägt ein elektronisches Eingabegerät um den Hals. Interessiert schauen wir zu und lassen uns die Arbeit der städtischen Mitarbeiterin erklären.

Weil die dunklen Wolken weggezogen sind, besuchen wir noch einen weiteren Spielplatz. Hier treffen wir die dreijährige Leonie, die mir erklärt, sie sei eine Prinzessin umd einen Jungen, der einen Trecker mit Anhänger dabei hat. Die drei Kids spielen eine Weile friedlich miteinander. Ich sitze derweil beobachtend auf einer Bank. Rentnerinnenleben?

Am späten Nachmittag fahre ich meinen Gast zurück nach Hause. Er verschläft die gut dreißigminütige Fahrt.

Fazit von Tag 3 ohne Schule: Wir hatten Spaß!

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Omaprogramm:

Der junge Herr wünscht am Vormittag von zu Hause abgeholt zu werden. Seinen Rucksack hat er bereits gepackt, das Laufrad steht bereit und auch der Helm darf nicht fehlen. Nur hat er außer einem T-Shirt noch nichts an.

Während der Fahrt über die Autobahn unterhalten wir uns über Autobahnnummern, die Reparatur von Brücken, Kräne, Bagger und Geschwindigkeitsbegrenzungen im Zahlenraum bis 10 (sieben-null, fünf-null).

Beim Discounter kaufen wir kleine Wasserflaschen fürs Auto und eine Ananas, die zu Hause direkt mit dem passenden Schneider zubereitet wird. Aus der Fruchthülle schlürft mein Gast einen Saftcocktail mit Strohhalm.

Zum Mittagessen gibt es Pfannkuchen mit „Apfelpüree“ und zum Nachtisch eine Kugel Eis im Waffelhörnchen. Ist einen“Süßigkeit“ und die darf man nur zum Nachtisch.

Am Nachmittag scheint die Sonne und wir spielen mit der Wasserbahn.

Zum Abendessen habe ich Pizza geplant, doch mein Gast möchte lieber noch einen Pfannkuchen. Der Lieblingsmann bekommt die Pizza und freut sich.

Weil es draußen noch hell ist, fällt das Einschlafen zunächst schwer. Ich muss mich auch ins Bett legen, mein Gast liegt auf einer Matratze neben meinem Bett. Wir erzählen Geschichten, wobei die Themen vom kleinen Gast vorgegeben werden. Die letzte Geschichte handelt wunschgemäß von einem schwarzen Zauberkleiderschrank. In meiner Geschichte bitte ich ihn, mir ein rotes T-Shirt zu zaubern, was mit allerlei Schwierigkeiten verbunden ist (zu groß, zu klein, falsche Farbe, weiße Punkte, lange Ärmel).

Um kurz vor 21 Uhr ist mein Dienst für heute zu Ende. Morgen nach dem Frühstück wollen wir auf dem Markt einkaufen ( Eier, neue Äpfel) und dann steht der Spielplatz auf unserem Programm.

Nachmittags endet dann das Omaprogramm.

Am Freitag ist dann „Programm für Oma“, ich habe einen Termin beim Friseur.

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Das eigentlich Feine ist die Tatsache, dass du dir Frühstückslektüre leisten kannst.“ antwortet eine liebe Freundin, bei der ich mich heute Morgen per WhatsApp für die „feine Frühstückslektüre, lesens- und empfehlenswert“ bedanke, die sie mir zum Eintritt in mein Leben ohne Schule geschenkt hat. Wirklich ein Luxus.

Frühstückslektüre

Um neun Uhr bin ich bereit für die nächste Fuhre Altpapier zum Wertstoffhof.

Abfahrbereit

Der Mitarbeiter an der Schranke lässt sich nicht anmerken, ob er mich bzw. mein Auto wiedererkennt, als er die Anlieferung von drei Kartons Altpapier in sein elektronisches Speichergerät eintippt und mir den Weg zur Papierpresse weist. Die hat sich gerade an einigen riesigen Pappkartons verschluckt, die jemand kurz zuvor in den Container geworfen hat.

Papierpresse

Nachdem ein Mitarbeiter mit einer Holzstange den Pappkartonstau beseitigt hat, kann ich meine Kartons ausleeren.

Auf dem Rückweg kaufe ich Grillfleisch für den Abend ein. Wir werden mit den Nachbarn den Beginn der Sommerferien feiern.

Und morgen mache ich Omaprogramm. Es ist schon Einiges vorbereitet. Da muss nur noch das Wetter mitspielen.

Wasserbahn

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Der Lieblingsmann geht wie immer montags früh aus dem Haus. Anders als sonst macht er die Schlafzimmertür zu als er ins Bad geht. So schlafe ich noch einmal kurz ein und werde erst wach, als er kommt, um sich zu verabschieden. Es ist viertel nach sechs, genau die Zeit, zu der ich normalerweise montags aufstehen muss, um mich für die Schule fertig zu machen.

Ich gehe nach unten und trinke eine Tasse Kaffee, blättere durch die Zeitung, verscheuche zwei Mal ein Taubenpärchen aus dem Garten.

Um sieben Uhr gehe ich nach oben in mein Arbeitszimmer und packe drei Kartons mit alten Büchern und jahrzehntealten Arbeitsblättern. Mein Ziel ist es, das Eckregal leer zu räumen und abzubauen. Ich schaffe nur drei von fünf Fächern.

Um zehn Uhr fahre ich zum Wertstoffhof, kippe den Inhalt meiner drei Kartons in die Papierpresse und packe die leeren Kartons wieder in meinen Kofferraum. Bereit für Neues.

Leider kann ich die beiden leeren Toner-Kartuschen dort nicht entsorgen. Muss ich morgen versuchen, sie im Medienfachmarkt loszuwerden.

Um drei Uhr am Nachmittag kommt der Lieblingsmann von der Arbeit. Wir essen den restlichen Erdbeerkuchen vom Sonntag. Ich habe meine drei leeren Kartons bereits wieder mit Papier gefüllt und wir bauen gemeinsam das Eckregal im Arbeitszimmer ab. Das Tagesziel ist erreicht.

Mal sehen, ob der Mitarbeiter beim Wertstoffhof morgen seltsam guckt, wenn ich wieder vorfahre, um dieselben drei Karton in die Papierpresse zu entleeren.

Um sechs Uhr läutet die Kirche den Abend ein. Ich lege jetzt mal die Füße hoch. Rentnerinnen dürfen das.

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