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Posts Tagged ‘Schüler’

Ich sitze während der Freistunde heute morgen bei geöffnetem Fenster im Lehrerarbeitsraum. Ich korrigiere Klassenarbeiten.

In einem Klassenraum in der Nähe ist offensichtlich ebenfalls das Fenster geöffnet, ich kann den Verlauf des Unterrichts akustisch verfolgen. Die Schüler reden durcheinander, begrüßen die Kollegin im Chor, reden weiter. Mehrfach versucht sich die Kollegin Gehör zu verschaffen, vergeblich. Dann die alles entscheidende Frage: „Hört mal einer zu?“ Die Antwort ist eindeutig, die Schüler reden munter weiter. Was ist das auch für eine komische Frage? Wie kann ihr jemand zuhören, wenn es doch gerade so wichtige Dinge untereinander zu besprechen gibt? Ob es sie trösten würde, wenn sie wüsste, dass zumindest ich ihr zuhöre?

Kurze Zeit später eine weitere Frage: „Hat jetzt jeder zwei Arbeitsblätter?“ Oh, eine Beruhigungsmaßnahme der besonderen Art. Und tatsächlich, es wird leiser, offensichtlich sind nun alle für eine Weile beschäftigt. Oder die Kollegin hat das Fenster geschlossen.

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Ich habe mich durchgekämpft durch die ersten beiden Schultage nach den Weihnachtsferien, um mich dann heute um viertel nach zwei ins Wochenende zu retten. Leider kann ich mich nicht an der freien Zeit und dem blauen Himmel und dem Sonnenschein freuen, weil meine Gedanken und mein Blick auf die 15 noch zu korrigierenden LK-Klausuren gerichtet sind. Und es ist – wie immer – mühsam. Warum lesen Schüler Aufgabenstellungen nicht, sondern blubbern drauf los? Und wenn sie dann wenigstens nachvollziehbar blubbern würden? Oder zumindestens so leserlich schreiben würden, dass ich das Geblubber dem Wort nach verstehen könnte. Ach menno.

Und die nächste Woche steht im Zeichen zahlreicher mündlicher Prüfungen, die 5er schreiben ihre dritte Klassenarbeit und so langsam muss ich mir über Zeugnisnoten Gedanken machen. Kein wirklich entspannter Start ins neue Jahr, oder?

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Kaum habe ich die Reisetasche ausgepackt und die Lieblingsjeans gewaschen, darf ich genau dieselbe Tasche wieder einpacken. Morgen früh um 9 Uhr treffe ich 34 Schülerinnen und Schüler vor der Schule und warte mit ihnen auf den Bus, der uns für 5 Tage auf „die Insel“ fährt. 5 Tage Eastbourne stehen auf dem Programm, Unterbringung in Gastfamilien, ein Ausflug nach London und einer nach Hastings. Auch für mich als „Englandprofi“ ist es ein Abenteuer der besonderen Art.

Bitte drücken Sie mir die Daumen, dass jegliche Unpässlichkeiten und Befindlichkeitsstörungen unkompliziert kuriert werden können, dass der Veranstalter hält, was er in zahlreichen Infoschreiben und Werbe-DVDs verspricht, dass „meine“ Schülerinnen und Schüler den Gasteltern mit Freundlichkeit und ihrem allerbesten Sonntagsbenehmen begegnen (und natürlich auch umgekehrt), dass der Wetterbericht sich ausnahmsweise mal irrt und der Regen nur früh morgens oder spät abend und in der Nacht fällt und das es für alle eine tolle Woche wird. Ich weiß, das ist sehr viel für zwei Daumen, aber nur wenn alles gut klappt, werden wir unseren Schulleiter davon überzeugen können, dass eine Woche „Englisch auf der Insel“ viel besser ist als eine Woche „Language Farm“ in Ostdeutschland. Dort sind die Betreuer zwar „natives“ und tun alles, um Schülerinnen und Schüler in Sprache und Kultur englischsprachiger Länder eintauchen zu lassen, aber für mich ist das wirkliche England-Feeling dadurch nicht zu ersetzen.

Sobald ich alle „students“ bei ihren „host families“ in guter Obhut weiß, werde ich versuchen, mich mit dem World Wide Web zu verbinden und Sie über den Verlauf der Reise und den Erfolg ihrer Daumen auf dem Laufenden halten.

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Einmal im Jahr darf man an unserer Schule hinter die Kulissen schauen. Am Tag der Offenen Tür präsentieren wir uns den  zukünftigen Fünftklässlern und deren Eltern. Schon Tage vorher wird das Gebäude dafür auf Hochglanz gebracht, Graffiti von Wänden und Tischen entfernt oder mit Ergebnissen aus dem Kunstunterricht barmherzig abgedeckt. Eltern backen Kuchen, spenden Kaffee, Saft und Würfelzucker. Chor und Orchester proben für die musikalische Unterhaltung.

Meine Aufgabe war es, die Eltern und zukünftigen SchülerInnen zwischen 10 und 12 Uhr durch das Gebäude zu führen, ihnen Klassenräume und Fachräume zu zeigen und Fragen zum Schulalltag zu beantworten. Zum ersten Mal bekam auch ich Einblick in all die Räume, die eine Englisch- und Geschichtslehrerin normalerweise nicht betritt. Chemierlabor, Physiksammlung, Probenräume der Bläserklassen und als besonderes Highlight: der neue Technikraum. Ich beantwortete Fragen zum Mittagessen, zu Pausenzeiten, zum Sprachenangebot, zu Bläser- und MINT-Klassen.  Eltern und Kinder waren interessiert und freundlich. Es gab viel positives Feedback. Etwas gewundert hat mich allerdings die Feststellung einer Mutter: „Es ist ja doch erstaunlich sauber hier. Ich hätte mir das schlimmer vorgestellt.“

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Es ist geschafft. Was mit einer Idee auf den British Days in Krefeld-Linn begann, nahm nach einigen Telefonaten, Mails und Gesprächen mit den Highlandern vom Niederrhein im Januar und Februar Gestalt an und beschäftigte mich nach dem Ende der Osterferien fast täglich. Für 72 Schülerinnen und Schüler unserer 7. Klassen sollten Highland Games auf dem Trainingsgelände der Highlander stattfinden. An 8 Stationen sollten die Schülerteams ihr Können und ihre Geschicklichkeit in 8 verschiedenen Disziplinen unter Beweis stellen. Die Games sollten den Höhepunkt des 3-tägigen Projekts „British Festivals and Traditions“ werden.

Die Projekttage begannen mit einem gemeinsamen englischen Frühstück am Mittwochmorgen, bei dem 210 Scheiben Toast, 140 Würstchen, 65 Scheiben Speck, Rührei aus 80 Eiern, mehrere Pakete Butter und diverse Gläser Marmelade innerhalb kurzer Zeit vertilgt wurden. Anschließend wurden Plakate zu verschiedenen britischen Themen erstellt und T-Shirts mit Logos und Clan-Namen für die bevorstehenden Highlandgames gestaltet. Ein englischer Spielfilm sorgte für Unterhaltung am Donnerstagnachmittag.

Noch vor dem normalen Unterrichtsbeginn am Freitagmorgen verließ die erste Schülergruppe den Schulhof zur 4o-minütigen Fahrt in den Nachbarort zum Austragungsort der Spiele. Dort kämpften sie knapp 3 Stunden um Punkte in den Teamwettbewerben, stemmten Steine, warfen Hufeisen, schleuderten Gewichte weit und Heusäcke hoch. Sie rollten ein mit Sand gefülltes, 200 kg schweres Fass in weniger als 40 Sekunden zweimal um einen Traktorreifen und zogen 2 Baumstämme am langen Arm Runde um Runde durch einen Parcours. Zu viert oder fünft schulterten sie einen Baumstamm und absolvierten einen Slalomparcours. Am Mittag wurden Sie von der zweiten Gruppe abgelöst, die sich mit genauso viel Elan in den Wettkampf stürzte und ebenfalls 3 Stunden lang um Sieg und Punkte kämpfte.

Einen Eindruck von den einzelnen Wettkampfdisziplinen bekommen Sie hier:

Die Veranstaltung wurde begleitet von einem echten schottischen Dudelsackspieler, der manchmal einsame Runden über den Platz zog und ein anderes Mal mit schnellem Spiel die Teams zu Höchstleistungen anspornte.

Playing the Bagpipes

Zwischendurch gab es die eine oder andere Darbietung der Profis. Der Chef der Highlander demonstrierte persönlich die Königsdisziplin schottischer Highland Games, Tossing the Caber (Baumstamm-Stemmen).

Tossing the Caber (klick drauf!)

Ein „Fruchtzwerg“  ließ den Schottenrock fliegen und schleuderte das Eisengewicht meterweit in die Botanik.

Gewicht Weitwurf

Am Ende des Tages waren sich alle Beteiligten einig: es war ein gelungenes Projekt, es hat Veranstaltern und Teilnehmern Spaß gemacht und wir wollen es gerne im nächsten Jahr wiederholen. Dann wird es vielleicht auch eine Lehrermannschaft geben, die sich der Herausforderung stellt. Let’s wait and see.

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Die Zeugnisse sind verteilt, die SchülerInnen sind bereits um halb elf nach Hause geschickt worden, um ihre Halbjahreszeugnisse ausgiebig zu feiern oder zu bejammern. Es stimmt mich nachdenklich, dass ein Zeugnisschnitt von 3,6 bei dem einen zu Freudengeschrei führt, eine einzige 5 in Latein zusammen mit vielen 3ern und 2ern bei der anderen die Tränen fließen lässt.

Am Montag beginnt das 2. Halbjahr in meiner Klasse mit einer Schülerin weniger und einem neuen Stundenplan für SchülerInnen und Lehrer. Für mich bleibt der „lange Montag“ erhalten, dafür darf ich am Donnerstag und am Freitag schon um halb zwölf nach Hause gehen und beginne am Dienstag erst um halb eins. Bis zu den Osterferien gilt mein Plan, danach verlassen uns die Abiturienten und meine Unterrichtsverpflichtung reduziert sich noch einmal um 5 Stunden. Da bleibt genug Zeit für die Vorbereitung von mündlichen Prüfungen in zwei Jahrgangsstufen. Hoffentlich.

Jetzt mache ich mir einen FF (= fauler Freitag).

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  1. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht ungestört zu lernen.
  2. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht ungestört zu unterrichten.
  3. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer haben die Pflicht, das Recht auf ungestörtes Arbeiten zu respektieren, zu wahren und zu ermöglichen.

Und wenn ich mein Recht nicht in Anspruch nehmen möchte?„, fragt mich ein pfiffiger Sechstklässler.

Dann hältst dich an Punkt 3.

So einfach ist das. Hoffentlich.

Im übrigen gilt:

grüne-gelbe-rote Karte

Beim ersten Verstoß gegen die Regeln gibt es eine Verwarnung, beim zweiten die gelbe Karte und beim dritten die rote Karte. Die führt zu einer 10-minütigen Auszeit am Extra-Tisch ganz hinten in der Klasse, wo ein unfangreicher, zum aktuellen Unterrichtsthema passender Text abgeschrieben werden muss. Diese Maßnahme hat die Klasse selber vorgeschlagen. Es gab sogar noch deutlich drastischere Vorschläge.

Ebenfalls auf Vorschlag der Klasse gibt es auch ein Belohnungssystem: Kommen wir eine ganze Woche ohne gelbe Karten aus, dann wird am Ende der letzten Englischstunde der Woche gespielt. „Silent ball“ oder „Stop the bus“ oder „Vokabelfußball“.

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