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Mein Friseur ist in der Innenstadt, also brauche ich einen Platz im Parkhaus. Das Parkhaus ist ganz neu und zu früher Stunde auch noch leer. Ich entscheide mich für diesen Parkplatz, habe genug Platz zum Aus- und Einsteigen und brauche auch die Außenspiegel nicht einklappen.

Platz zum Parken

Zur Mittagszeit suche ich nach einer Kleinigkeit gegen das aufkommende Hungergefühl und entscheide mich für dieses Menu für 8,90 € und frage mich anschließend nach dem Preis-Leistungsverhältnis.

Süßkartoffelpommes mit drei Soßen und Radler

Am Nachmittag und Abend bin ich in einer Familienangelegenheit in der Dumeklemmerstadt. Deshalb muss das traditionelle freitägliche Spießbratenessen im Wirtshaus an der Alten Kirche ausfallen. Ersatzweise gibt es eine Pizza beim Italiener vor Ort. Eigentlich seit Jahrzehnten ein von mir gerne besuchtes Restaurant, das jedoch gestern einen herben Vertrauensverlust erlitt, nachdem der Lieblingsmann auf seiner Pizza zwischen Schinken, Thunfisch und Käse einen Glassplitter fand.

Die Nacht ist um sechs Uhr zu Ende, weil der kleine Gast feststellt, dass es draußen schon hell ist. Ich hätte gerne noch ein Stündchen geschlafen (mindestens), füge mich aber den Wünschen des jungen Herrn.

Sein Frühstück besteht aus einem Becher Kakao, ich trinke einen Kaffee. Anschließend malen wir einen Betonmischer aus, spielen mit Autos, ich baue einen Kran mit dem Holzbaukasten, das schwierigste Modell von allen, die im Bauanleitungskatalog beschrieben sind. Eine echte Herausforderung.

Um zehn Uhr machen wir eine Spielpause und fahren zum Markt. Dort kaufen wir Äpfel und Eier. Die Frage, ob wir braune oder weiße Eier kaufen wollen, entscheidet er mit „die grauen“. Die Marktfrau ist amüsiert und schenkt ihm ein buntes Ei, ein rotes, mit dem Hinweis, leider habe sie kein graues.

Wir kaufen Brötchen und Schinkenwurst („Kreiswurst“) fürs Mittagessen, machen einen kleinen Einkauf im Drogeriemarkt.

Nach dem Mittagessen machen wir einen Ausflug zum Spielplatz. Mit einem „Trommelrutscher“ versucht der Dreijährige den Sand am unteren Ende der Rutsche loszuwerden, erfolglos. Wir finden eine große Elsternfeder und nutzen sie als Minibesen.

Sicher rutschen mit Helm 😀

Wir treffen Rebecca, deren Aufgabe es ist, die Bäume in der kleinen Grünanlage zu überprüfen. Sie klopft mit einem Hammer auf den Stämmen, trägt ein elektronisches Eingabegerät um den Hals. Interessiert schauen wir zu und lassen uns die Arbeit der städtischen Mitarbeiterin erklären.

Weil die dunklen Wolken weggezogen sind, besuchen wir noch einen weiteren Spielplatz. Hier treffen wir die dreijährige Leonie, die mir erklärt, sie sei eine Prinzessin umd einen Jungen, der einen Trecker mit Anhänger dabei hat. Die drei Kids spielen eine Weile friedlich miteinander. Ich sitze derweil beobachtend auf einer Bank. Rentnerinnenleben?

Am späten Nachmittag fahre ich meinen Gast zurück nach Hause. Er verschläft die gut dreißigminütige Fahrt.

Fazit von Tag 3 ohne Schule: Wir hatten Spaß!

Omaprogramm:

Der junge Herr wünscht am Vormittag von zu Hause abgeholt zu werden. Seinen Rucksack hat er bereits gepackt, das Laufrad steht bereit und auch der Helm darf nicht fehlen. Nur hat er außer einem T-Shirt noch nichts an.

Während der Fahrt über die Autobahn unterhalten wir uns über Autobahnnummern, die Reparatur von Brücken, Kräne, Bagger und Geschwindigkeitsbegrenzungen im Zahlenraum bis 10 (sieben-null, fünf-null).

Beim Discounter kaufen wir kleine Wasserflaschen fürs Auto und eine Ananas, die zu Hause direkt mit dem passenden Schneider zubereitet wird. Aus der Fruchthülle schlürft mein Gast einen Saftcocktail mit Strohhalm.

Zum Mittagessen gibt es Pfannkuchen mit „Apfelpüree“ und zum Nachtisch eine Kugel Eis im Waffelhörnchen. Ist einen“Süßigkeit“ und die darf man nur zum Nachtisch.

Am Nachmittag scheint die Sonne und wir spielen mit der Wasserbahn.

Zum Abendessen habe ich Pizza geplant, doch mein Gast möchte lieber noch einen Pfannkuchen. Der Lieblingsmann bekommt die Pizza und freut sich.

Weil es draußen noch hell ist, fällt das Einschlafen zunächst schwer. Ich muss mich auch ins Bett legen, mein Gast liegt auf einer Matratze neben meinem Bett. Wir erzählen Geschichten, wobei die Themen vom kleinen Gast vorgegeben werden. Die letzte Geschichte handelt wunschgemäß von einem schwarzen Zauberkleiderschrank. In meiner Geschichte bitte ich ihn, mir ein rotes T-Shirt zu zaubern, was mit allerlei Schwierigkeiten verbunden ist (zu groß, zu klein, falsche Farbe, weiße Punkte, lange Ärmel).

Um kurz vor 21 Uhr ist mein Dienst für heute zu Ende. Morgen nach dem Frühstück wollen wir auf dem Markt einkaufen ( Eier, neue Äpfel) und dann steht der Spielplatz auf unserem Programm.

Nachmittags endet dann das Omaprogramm.

Am Freitag ist dann „Programm für Oma“, ich habe einen Termin beim Friseur.

Das eigentlich Feine ist die Tatsache, dass du dir Frühstückslektüre leisten kannst.“ antwortet eine liebe Freundin, bei der ich mich heute Morgen per WhatsApp für die „feine Frühstückslektüre, lesens- und empfehlenswert“ bedanke, die sie mir zum Eintritt in mein Leben ohne Schule geschenkt hat. Wirklich ein Luxus.

Frühstückslektüre

Um neun Uhr bin ich bereit für die nächste Fuhre Altpapier zum Wertstoffhof.

Abfahrbereit

Der Mitarbeiter an der Schranke lässt sich nicht anmerken, ob er mich bzw. mein Auto wiedererkennt, als er die Anlieferung von drei Kartons Altpapier in sein elektronisches Speichergerät eintippt und mir den Weg zur Papierpresse weist. Die hat sich gerade an einigen riesigen Pappkartons verschluckt, die jemand kurz zuvor in den Container geworfen hat.

Papierpresse

Nachdem ein Mitarbeiter mit einer Holzstange den Pappkartonstau beseitigt hat, kann ich meine Kartons ausleeren.

Auf dem Rückweg kaufe ich Grillfleisch für den Abend ein. Wir werden mit den Nachbarn den Beginn der Sommerferien feiern.

Und morgen mache ich Omaprogramm. Es ist schon Einiges vorbereitet. Da muss nur noch das Wetter mitspielen.

Wasserbahn

Der Lieblingsmann geht wie immer montags früh aus dem Haus. Anders als sonst macht er die Schlafzimmertür zu als er ins Bad geht. So schlafe ich noch einmal kurz ein und werde erst wach, als er kommt, um sich zu verabschieden. Es ist viertel nach sechs, genau die Zeit, zu der ich normalerweise montags aufstehen muss, um mich für die Schule fertig zu machen.

Ich gehe nach unten und trinke eine Tasse Kaffee, blättere durch die Zeitung, verscheuche zwei Mal ein Taubenpärchen aus dem Garten.

Um sieben Uhr gehe ich nach oben in mein Arbeitszimmer und packe drei Kartons mit alten Büchern und jahrzehntealten Arbeitsblättern. Mein Ziel ist es, das Eckregal leer zu räumen und abzubauen. Ich schaffe nur drei von fünf Fächern.

Um zehn Uhr fahre ich zum Wertstoffhof, kippe den Inhalt meiner drei Kartons in die Papierpresse und packe die leeren Kartons wieder in meinen Kofferraum. Bereit für Neues.

Leider kann ich die beiden leeren Toner-Kartuschen dort nicht entsorgen. Muss ich morgen versuchen, sie im Medienfachmarkt loszuwerden.

Um drei Uhr am Nachmittag kommt der Lieblingsmann von der Arbeit. Wir essen den restlichen Erdbeerkuchen vom Sonntag. Ich habe meine drei leeren Kartons bereits wieder mit Papier gefüllt und wir bauen gemeinsam das Eckregal im Arbeitszimmer ab. Das Tagesziel ist erreicht.

Mal sehen, ob der Mitarbeiter beim Wertstoffhof morgen seltsam guckt, wenn ich wieder vorfahre, um dieselben drei Karton in die Papierpresse zu entleeren.

Um sechs Uhr läutet die Kirche den Abend ein. Ich lege jetzt mal die Füße hoch. Rentnerinnen dürfen das.

Letzter Schultag in NRW, für Schülerinnen und Schüler, für Lehrerinnen und Lehrer und für mich.

Erster Schultag in NRW am 28. August, für Schülerinnen und Schüler, für Lehrerinnen und Lehrer und NICHT für mich.

Nie mehr Schule, nie mehr Stundenplan, nie mehr Korrekturen, nie mehr Konferenzen … all das werde ich nicht vermissen.

Vermissen werde ich so manche Kollegin, so manchen Kollegen und auch die eine oder andere Schülerin, den einen oder anderen Schüler.

Der Abschied war unspektakulär. Viele Umarmungen, nette Worte, gute Wünsche, dann die Schlüssel beim Hausmeister abgeben, das wars.

20 Jahre habe ich an „meiner“ Schule unterrichtet, habe zwei Schulleiter gehen und eine Schulleiterin kommen sehen. Von den Kolleginnen und Kollegen, die mich damals willkommen geheißen haben, werden nur zwei auch noch nach mir an der Schule sein. Alle anderen haben vor mir die Schule verlassen, haben andere Aufgaben an anderen Schulen übernommen oder sind in den Ruhestand gegangen.

Unterm Strich war es eine gute Zeit, mit Höhen und Tiefen.

Schade, dass du gehst.“ „Wir werden dich vermissen.“

Schade finde ich es nicht, aber vermissen werde ich die Kollegen auch, wenigstens ein bisschen.

Mein Arbeitsvertrag endet offiziell mit dem 31.7.2019. Bis dahin habe ich Ferien, wie alle anderen auch.

Der virtuelle Hut

Es geht mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf, die Sache mit dem Hut. Dem virtuellen. Vielleicht lesen Sie auch in solchen Blogs, in denen der Verfasser / die Verfasserin am Ende des Beitrag darauf hinweist, man könne Geld in den virtuellen Hut werfen, will heißen auf ein Konto überweisen? Haben Sie schon mal Geld in einen solchen Hut geworfen? Wenn ja, warum? Und wie viel?

Ich frage mich, was bringt Menschen dazu, für das Lesen in einem Blog bezahlen zu wollen? Ich lese in vielen Blogs, da kämen einige Euronen zusammen, wenn ich überall einen Obulus im virtuellen Hut hinterlassen würde.

Wird es demnächst in den Blogs so sein wie bei den Online-Angeboten der großen Magazine? Wird es Beiträge geben, die man nur lesen kann, wenn man das (oder den?) Blog abonniert und monatlich für das Lesen bezahlt?