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Archive for the ‘Außergewöhnliches’ Category

Die schriftlichen Abiturprüfungen sind vorbei, die Klausuren korrigiert, am Mittwoch bei den mündlichen Prüfungen im 4. Abiturfach bin ich nicht im Einsatz. Das Leben könnte so schön sein, hätte nicht einer meiner LK-Schüler auch den zweiten Nachschreibtermin im Zentralabitur wegen Krankheit versäumt. Nun muss ich ganz allein für ihn zwei neue Prüfungsaufgaben erstellen, das Ministerium ist raus aus der Nummer, wird jedoch meine Vorschläge auf das Genaueste prüfen, damit der Kandidat bei seinem dritten und hoffentlich letzten Termin keinerlei Vorteile gegenüber den anderen Prüflingen hat.

Seit letztem Mittwoch verbringe ich jede freie Minute am Schreibtisch, durchforste Bücher und Suchmaschinen, um thematisch passende englische Texte zu finden. Die Aufgabensammlungen der Verlage sind tabu, da der Schüler – zumindest theoretisch – Zugang dazu haben könnte. Die Texte dürfen zudem eine bestimmte Länge nicht überschreiten, müssen also ggf. gekürzt werden, ohne die Aussageabsicht und Argumentationsstruktur des Autors zu verfälschen. Der Prüfling hat Anspruch auf zwei  verschiedene Textvorlagen, einen literarischen Text (Roman- oder Dramenauszug, Kurzgeschichte, Gedicht) und einen Sachtext (Zeitungsartikel, Redebeitrag, Essay), er wählt während der Prüfung einen davon zur Bearbeitung aus.

Zu jedem englischen Text gibt es noch eine Mediationsaufgabe, d.h. der Prüfling bekommt einen deutschen Sachtext, den er für einen fiktiven englischsprachigen Partner sinngemäß zusammenfassen und kommentieren muss.

Ein Aufgabenpaket, den literarischen Text, habe ich heute abgeschlossen. Die meiste Zeit habe ich für die Formulierung der zu erwartenden Schülerleistung gebraucht. Es müssen ganz bestimmte Formulierungen verwendet werden, damit die Fachdezernentin die Aufgaben auch akzeptiert. Am Mittwoch werden meine Vorschläge ins Fachdezernat nach Düsseldorf übermittelt werden, danach heißt es Daumen drücken, dass meine Vorschläge akzeptiert werden. Und dann noch mal Daumendrücken, dass der Prüfling zum dritten Prüfungstermin auch erscheint. Wenn nicht … keine Ahnung wie oft ein Attest akzeptiert wird. Aber das ist nicht meine Entscheidung.

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Man (zumindest ich!) musste zunächst ein wenig nachdenken, um das Motto der Abiturienten von 2017 zu verstehen.

In diesem Jahrgang machen tatsächlich die letzten in den 90er Jahren geborenen Kinder Abitur. Das ist schon etwas Besonderes. Da waren die meisten Lehrer auch gerne mal bereit, bei Singstar mitzumachen oder  im Lehrerzimmer durch ein Bällebad aus Luftballons zu kriechen, um darin versteckte Sterne zu finden.

Im nächsten Jahrgang erwarten wir dann die „Millennium-Babys“.

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Schon seit Tagen sehe ich Schülerinnen und Schüler, die in Übungsstunden mit Begeisterung Ostereierschablonen bunt anmalen. Auf Nachfragen erfahre ich, dass die SV zur großen Ostereiersuche am vorletzten Schultag eingeladen hat. Jede und jeder darf ein Ei bunt anmalen und mit seinem Namen versehen. Die Papiereier werden von den SV-Schülern laminiert, ausgeschnitten und mit einem bunten Faden versehen. In einer Nacht- und Nebelaktion werden die bunten Eier überall auf dem Schulgelände versteckt und müssen von ihren Besitzern wiedergefunden werden. Ob das gut geht?

Heute zu Beginn der 2. Stunde kommt die Lautsprecherdurchsage:

Alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 des Gymnasiums auf den Schulhof zur Ostereiersuche.

Fast 200 Schülerinnen und Schüler folgen der Aufforderung und schwärmen aus. Sie durchsuchen jeden Winkel des Schulhofes. Überall baumeln bunte Ostereieranhänger im Wind, an Sträuchern, in Bäumen, an Fahrradständern und manchmal auch an Betonpfeilern.

Entgegen den Befürchtungen der aufsichtführenden LehrerInnen kommt es weder zum Chaos noch zu Rangeleien. In kleinen Grüppchen laufen die Kids über den Hof und suchen ihren persönlichen Osterei-Anhänger. Sie geben sich Tipps, wenn jemand noch nicht fündig geworden ist. Bis zur ersten großen Pause sind (fast) alle Eier gefunden worden. Jeder Anhänger wird von den SV-Schülern gegen einen Lutscher eingetauscht.

Eine schöne Idee und eine tolle Initiative der SV.

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In diesem Jahr durfte ich meinen Geburtstag am Meer verbringen. Dorthin, wo schon die Familie Buddenbrook gerne ihre Wochenenden verbrachte, lud mich der Mann an meiner Seite zu einem Wohlfühl-Wochenende ein.

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Das Kurhotel von Travemünde

Das heute denkmalgeschützte Gebäude wurde bereits im 19. Jahrhundert erbaut und war seit 1913 als Kurhotel ein Wahrzeichen von Travemünde. In den 90er Jahren verlor es immer mehr an Attraktivität und musste im Jahr 2000 geschlossen werden. Erst 2005  fand sich ein neuer Investor, der das denkmalgeschützte Gebäude aufwändige renovierte und umbaute, um es 2005 als SPA-Resort und Wellness-Hotel wieder zu eröffnen. Im „Lübeckzimmer“ des in das Hotel integrierten Sternerestaurants „Buddenbrooks“,  kann man noch heute klassizistische Ausstattungselemente aus dem Jahr 1820 bewundern.

Trotz zahlreicher Freitagsabendstaus und einer Autobahnsperrung, die wir zum Glück umfahren konnten, waren wir rechtzeitig zum Abendessen im Wintergarten des historischen Gebäudes, wo uns ein umfangreiches Buffet erwartete. Die Fotos zeigen nur eine kleine Auswahl all der Köstlichkeiten, die ich an diesem Abend genießen durfte.

Das Tagesprogramm am Samstag begann mit einem ausgiebigen Spaziergang entlang der Strandpromenade bis in die Altstadt von Travemünde. Bei einstelligen Luft- und Wassertemperaturen verzichteten wir auf ein Bad in der Ostsee.

Stattdessen verbrachten wir den Nachmittag im SPA-Bereich des Hotels. Dort gab es im Innen- und Außenpool Meerwasser, das auf angenehme 28°C gewärmt war. Gemütliche Liegen luden zum Entspannen, Lesen und Faulenzen ein.

Nach dem Abendessen gab es Live-Musik in der Bar und Cocktails auf Teebasis, in denen frische Blüten schwammen. Der Mann an meiner Seite verzichtete auf derartige „Abenteuergetränke“ und bekam stattdessen eine Blume auf seinem Bier.

Am Sonntagmorgen stärkte uns ein umfangreiches „Langschläferfrühstück“ vom Buffet für die vierstündige Rückfahrt.

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Danke an den Mann an meiner Seite für das tolle Geschenk und das entspannte Wochenende.

Danke auch an alle, deren Geburtstagsglückwünsche ich auf meinem Smartphone empfangen habe, ich habe mich gefreut, dass ihr an mich gedacht habt.

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Als ich um viertel nach drei den Klassenraum der 6a betrete, um die Lernzeit zu betreuen, bietet sich mir ein seltsames Bild. Mehrere Schülerinnen und Schüler stehen mit gezückten Smartphones in der Mitte des Raumes und blicken zu Decke. Zwei Mädchen recken die Smartphones dem Ding entgegen, dass sich dort über ihnen befindet.

Wassndas? Dusche? Lampe?

Auf den ersten Blick sieht das Ding aus wie eine Dusche. Mehr SchülerInnen kommen  hinzu. Wassn das?, fragen die später Hinzugekommenen und zücken ebenfalls die Mobiltelefone. Ich erinnere mich an ein Informationsschreiben, dass ich in den letzten Tagen in meinem Postfach im Lehrerzimmer hatte. Die Schule wird „ausgeleuchtet“, d.h. die Möglichkeiten für Wlan-Empfang in den verschiedenen Räumen wird getestet.

Langsam legt sich die Aufregung, nachdem sich auch die/der letzte davon überzeugt hat, dass WLAN  nicht geht. Noch nicht. Wann? Wissen wir nicht. Wir müssen auf Schule 2.0 noch weiter warten.

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Sebastian Rabsahl nennt sich „Sebastian 23“ und ist Poetry Slammer. Ich kannte ihn bis Freitagabend nicht. Dann sah ich ihn in der NDR-Talkshow. Das Stück, das er vortrug hat mich fasziniert. „Zeit für Lyrik“ heißt es, und wenn Sie hier klicken und zu Minute 5:30 vorspulen, können Sie seinen Vortrag hören und sehen. Danach geht es Ihnen vielleicht so wie mir und Sie haben Lust, weitere Strophen hinzuzufügen.

Der Text zum Mitlesen:

Bäume sind Büsche auf Balken
Schrauben sind Nägel mit Falten
Zugfahren ist Fließen auf Gleisen
Flüsse sind Meere auf Reisen

Träume sind Schlaf mit Ideen
Igel Kakteen, die gehen
Fenster sind gläserne Mauern
Berge sind Wellen, die dauern

Beine sind Arme zum Laufen
Mauern sind sehr grade Haufen
Sekunden sind Stunden, die rennen
Eier sind werdende Hennen

Koma ist Amok im Spiegel
Kakteen sind fußkranke Igel
Schränke sind Häuser für Sachen
Weinen ist trauriges Lachen

Wolken sind Pfützen, die fliegen
Zs sind Ns wenn sie liegen
Weizen sind Gräser mit Ähre
Und Schwimmen ist Fliegen für Schwere

Meine Strophe:

Ketten sind Bänder aus Ringen
Schallplatten Scheiben, die singen
Kloaken sind Pfützen, die stinken
Wein sind Trauben zum Trinken

Kommentieren Sie gerne weitere Zeilen oder Verse.

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Heute wird die Elbphilharmonie in Hamburg eröffnet. Ich wäre gerne dabei gewesen, besonders, seit ich das beeindruckende Gebäude „live“ gesehen habe.

elphi

Gerade habe ich die Möglichkeit entdeckt, per Drohne in, durch und rund um das Gebäude zu fliegen. Besonders toll ist der Flug, wenn man die Leertaste gedrückt hält. Dann geht musikalisch und flugtechnisch richtig die Post ab.

Wenn Sie auch fliegen möchten, hier ist der Link: Elphi-Flug

Heute Abend ab 19.00 Uhr werde ich die Eröffnung auf dem Regionalprogramm des NDR im Fernsehen verfolgen.

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